Mit 53 die erste TEP, mit 54 die zweite

Ich starte diesen Blog kurz vor meiner zweiten Hüft-OP. Kenner wissen, was mit TEP gemeint ist: Total-Endoprothese. Könnte auch für Titan-Endoprothese stehen, finde ich. Endo jedenfalls ist griechisch und heißt “innen”. Also eine Prothese, die man nicht sieht, die man allerdings hört. Wie bitte? Na ja, es piepst halt, wenn man durch den Metalldetektor am Flughafen geht. Bei meinen bislang zwei postoperativen Flügen musste ich meinen Endoprothesen-Pass nicht vorzeigen. Ja, den bekommt man tatsächlich nach der OP ausgehändigt. Man sollte ihn wie einen Schwerbehinderten-Ausweis immer bei sich tragen. Eigentlich deprimierend, dass ich ihn der Dame am Flughafen nicht zeigen musste: Man glaubte mir am Flughafen ohne weiteres, dass ich eine künstliche Hüfte

habe. Und das, obwohl es sonst Krücken alias Gehhilfen im Parkimmer ganz erstaunt heißt: Was? Du? Du bist doch noch viel zu jung. Und so sportlich!

Zur Erklärung: Jung heißt hier 53 Jahre alt bzw. inzwischen 54 Jahre. Man senkt in diesem Alter den Altersdurchschnitt in der Reha ganz erheblich. Wie sagte doch mein 75 Jahre alter Operateur so charmant, als ich ihm wiederholt nach der OP bestätigte, dass ich überhaupt keine Schmerzen habe: Man sollte immer so junge, sportliche Frauen operieren. Danke für das Kompliment. Aber lieber wäre mir natürlich keine OP gewesen. Der Weg dorthin war auch lang – immerhin mit Happy End.

Da ich dermaßen oft meine Titanhüften-Geschichte erzählt habe und so vielen Menschen Tipps gegeben habe, möchte ich dies hiermit nun öffentlich tun. Dieser Blog ist auch die Vorstufe zu einem Buch. Arbeitstitel “Hüft-OP für Anfänger”. Natürlich soll man mit der Gesundheit bzw. mit Gebrechen nicht scherzen, aber wer will schon bierernst über dieses Thema reden. Ein wunderbar selbstironischer Artikel zum Thema ist Ende Juli 2011 in der SZ erschienen, und zwar aus der Feder meines Journalisten-Kollegen Michael Winter mit dem schlichten Titel “Titan”. Ich würde gern auf diesen Artikel verlinken, aber leider schafft es die SZ nicht, solche Sahnestückchen online zu stellen. Sorry, Michael.

Ich werde also in diesem Blog regelmäßig von meinen Hüften berichten, und zwar in der Hoffnung, damit Menschen zu helfen, die:

-  nicht wissen, warum sie eigentlich dauernd undefinierbare Schmerzen haben (Stadium vorher = Suche)

- nicht ahnen, wie man hier Abhilfe schaffen bzw. die OP hinauszögern kann (Stadium vorher = Behandlungen, Training)

- Angst haben vor der OP (Stadium Krankenhaus)

- nicht wissen, wie man die Muskeln am besten wieder aufbaut (Stadium Reha, Training)

Am 17. Oktober 2011 gehe ich wieder ins Krankenhaus in München, um mir wie gesagt die zweite Hüfte vom selben Operateur machen zu lassen. Keine Sorge, nach den ersten Tagen kann ich – gemäß meiner Erfahrung nach OP Nr. 1 – auch wieder am PC sitzen. Es wird dann ganz aktuelle Titanhüften-Bulletins geben.

Wer nun wissen will, wer hier eigentlich schreibt, dem kann ich nun doch noch einen Link anbieten, und zwar zu meiner eigenen Homepage www.heidi-rauch.de. Da sieht man u. a., dass ich seit 23 Jahren Golf spiele. Diesen schönen Sport werde ich mit zwei künstlichen Hüften 2012 auch sicher wieder ausüben, das haben mir viel ältere Golfer bestätigt, die schon seit Jahrzehnten mit einer TEP leben. Frei nach dem Motto: titanverstärkt schwingt man besser!

Bildunterschrift: Heidis Krücken schauen in die Landschaft
 
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Eine Antwort zu Mit 53 die erste TEP, mit 54 die zweite

  1. Petra Blum schreibt:

    Liebe Heidi,
    wie schön, dass ich Ihren Blog gefunden habe. Ich bin Jahrgang 1953 und habe am 11.10.2013 meine rechte Titan Hüfte erhalten. Auch mit der Diagnose Dysplasie Coxarthrose. Ich werde mich jetzt der Reihe nach durch Ihre Beiträge lesen und hab schon bei den ersten Zeilen gemerkt, dass ich hier richtig bin :-) Vielen Dank für Ihr Engagement!
    Herzliche Grüße
    Petra

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