Zysten im Hüftgelenk und Kräftigung hilft bei Meniskusbeschwerden

In meinem Bekannten- und Freundeskreis bin ich längst zur Anlaufstelle für alle Hüft- und Knie-Probleme avanciert. Meist macht „Frau Doktor Rauch“ Mut, gibt Tipps aus eigener Erfahrung oder verweist auf unsere rege TEPFIT-Facebook-Gruppe, in der sich die Mitglieder erstaunlich oft wirklich gegenseitig helfen. Manchmal ist es „nur“ Zuspruch, oft aber auch durch langes Leid erworbenes Fachwissen, das man weitergeben kann.

Nun aber ist ein Problem an mich herangetragen worden, das ich sofort an unseren Fachmann Dr. Christian Fulghum, Chefarzt an der endogap-Klinik in Garmisch-Partenkirchen, weitergereicht habe: Zysten im Hüftgelenk, die seit 15 Jahren in unregelmäßigen Abständen Beschwerden verursachen, die für kurze Zeit auch wieder verschwinden können. Ich selbst hatte bei meinen OPs sogenannte Geröllzysten, die den Knochen bereits erheblich angegriffen hatten. Aber der Fall meiner einige Jahre jüngeren Bekannten liegt deutlich anders. Meine Frage beantwortete Dr. Fulghum, den man übrigens am 19. November bei unserem TEPFIT-Workshop in Erding persönlich treffen kann, folgendermaßen:

„Zysten im Hüftgelenk: Sind meist, wie bei Ihnen, Geröllzysten, als Zeichen der Überlastung des Knochens bei fehlendem Knorpelüberzug. In diesem Fall wohl eher Zysten im Sinne eines Ganglions, also eine Aussackung der Gelenkkapsel, mit gelartiger Flüssigkeit gefüllt. Die können auch vergehen oder sich „abreiben“. Gibt es auch z. B. am Handgelenk. Machen kann man da wenig, denn operativ entfernen ist nicht sinnvoll (weil sie immer wieder kommen) und konservativ hat man kaum eine Handhabe. Eine Spritzentherapie ist ebenfalls wenig Erfolg versprechend. Ursache vielschichtig, Arthrose/Bindegewebsschwäche/Reizerguss ….

Eine TEP wäre nur dann zu erwägen, wenn auch der Knorpel schwer angegriffen ist. Dazu müsste man das MRT ansehen. Sonst ist eine entzündungshemmende Therapie (NSAR, d. h. nichtsteroidale Antirheumatika, o. ä.) zu erwägen.“

Mehr Kraft fürs Knie

Dann hat mir meine liebe Mama etwas aus dem „Berliner Tagesspiegel“ zum Thema Meniskusschaden ausgeschnitten, weil sich das ja ein wenig bei mir anbahnt. In dieser Tageszeitung gibt es die sympathische Rubrik des Dr. Hartmut Wewetzer, der nach guten Nachrichten in der Medizin fahndet. In der Ausgabe vom 7. August 2016 heißt sein Thema: Meniskus ohne Operation behandeln, Überschrift: „Mehr Kraft fürs Knie“.

Die Chirurgin Nina Jullum Kise vom Martina-Hansens-Hospital im norwegischen Sandvika und ihr Team verglichen den Erfolg einer teilweisen Meniskus-Entfernung mit dem einer Übungstherapie. Die 140 Teilnehmer der Studie waren im Mittel knapp 50 Jahre alt, hatten einen rissigen Innenmeniskus, ansonsten keine großen Verschleißzeichen am Kniegelenk und seit mindestens zwei Monaten Beschwerden. Sie wurden entweder operiert oder bekamen ein 12-wöchiges Trainingsprogramm verordnet.

Zwischen beiden Gruppen – operiert oder nicht – waren nach zwei Jahren die Unterschiede minimal! Fazit auch einer anderen Studie: Schlüssellocheingriffe am verschlissenen Kniegelenk bringen nur vorübergehend geringe Vorteile. Also: Muskulatur stärken und OP vermeiden! 

Knietrainig Radltour - und danach Erfrischung in einem Gartenlokal.

Knietrainig Radltour – und danach Erfrischung in einem Gartenlokal.

Zum Schluss ein aufmunterndes Zitat aus dem wunderbaren Buch von André Heller „Das Buch vom Süden“. Da antwortet dem Kind und Ich-Erzähler Julian ein Graf auf die Frage nach dessen Befindlichkeit: „Mein Lieber, ich durchleide gerade das metallene Zeitalter: die Haare Silber, die Zähne Gold, die Füße Blei.“ Da dieses Zitat in den 50er Jahren fiel, wäre aktuell zu ergänzen: die Hüften aus Titan, aber ohne Leiden!

Meine aktuelle Parallel-Lektüre: sehr zu empfehlen!

Meine aktuelle Parallel-Lektüre: sehr zu empfehlen!

Veröffentlicht unter Allgemein, Fitness, Hüfte, Literatur, Sport | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 3 Kommentare

S wie Sommer, Sonne, Schwimmen – und Vorfreude auf unseren TEPFit-Gesundheitsworkshop im November in Erding

Es ist Sommer und Erinnerungen werden wach. Im Mai vor fünf Jahren bekam ich meine erste Hüft-TEP, danach drei Wochen Reha – und dann im heißen Juli ab in unser gerade bezugsfertig gewordenes Zweitdomizil in Italien. Der Pool konnte eingeweiht werden! Zwar nur klein, acht kräftige Schwimmzüge und man ist durch, aber was für eine Wohltat! Nicht nur als Abkühlung, sondern als Hüft-Training. Schon in der Reha fühlen sich ja sämtliche Hüft-Patienten im Wasser wie neugeboren. Diese Leichtigkeit, dieses Gefühl, dass alles wieder möglich ist. Wunderbar!

Jeden Morgen drehe ich 10 Runden in unserem Pool und mache Übungen mit Pool-Noodle und Schwimmbrett.

Jeden Morgen drehe ich 10 Runden in unserem Pool und mache Übungen mit Pool-Noodle und Schwimmbrett.

Nun also der Luxus eines eigenen Beckens, das ich jeden Morgen nutzte (und immer noch nutze, sobald wir im Süden sind) – inklusive Pool-Noodle und Schwimmbrett. Die Übungen, bei denen man das Schwimmbrett auf den Boden des Beckens treten muss und mit dem operierten Bein dagegen zu drücken hat, mache ich noch heute gern. Was hatten wir für einen Spaß, wenn man mal wieder zu ungeschickt war und das verdammte Brett mit einem Plopp an die Oberfläche hüpfte. Klar, man hatte ja seine Muskeln noch nicht wieder voll im Griff. Aber wie schön ist das Paddeln mit den ausgestreckten Beinen, wenn der Nacken oder die Arme von der Noodle gehalten werden. Schwerelos gleitet man dahin und freut sich des Lebens!

Glücklich sind Peter Herrchen und ich übrigens auch immer wieder über die zahlreiche „Fanpost“ zu unseren Büchern, allen voran „Mut zur neuen Hüfte!“. Ein herzlicher Gruß an dieser Stelle nach Freiburg. Die Leserin weiß schon, wen ich meine. Unser Mutmach-Ratgeber ist vielen Betroffenen offensichtlich zum unverzichtbaren Begleiter geworden, und das macht uns schon ein bisschen stolz. Die geschlossene TEPFIT-Facebook-Gruppe, die Peter ins Leben gerufen hat und zusammen mit Ulrike Steyer und Therese Schreiber engagiert betreibt, ist inzwischen auf 800 Mitglieder angewachsen. Hier werden jeden Tag untereinander nützliche Informationen ausgetauscht, Mut zugesprochen, Lob und Freude geteilt. Selten mische ich mich ein, aber täglich schaue ich rein, um mitzubekommen, was die aktuell vor einer Hüft- oder Knie-OP Stehenden umtreibt. Groß geändert zu meiner Zeit vor fünf Jahren hat sich das nicht.

Peter Herrchen besucht mich im Erdinger Garten - 800 Meter Luftlinie von Schloss Aufhausen entfernt, wo am 19. November unser Gesundheitsworkshop stattfindet.

Peter Herrchen hat mich in unserem Erdinger Garten besucht – 800 Meter Luftlinie von Schloss Aufhausen entfernt, wo am 19. November der TEPFIT-Gesundheitsworkshop stattfinden wird.

Doch, ein Umstand verblüfft mich: Die Patienten werden immer jünger. So sind alle, die sich bislang zu unserem Gesundheitsworkshop vom 18. bis 21. November 2016 in Erding angemeldet haben, fast ausschließlich in den 70er Jahren geboren! Wir haben übrigens ein tolles Programm zusammengestellt: Dr. Christian Fulghum, der Chefarzt der endogap-Klinik in Garmisch-Partenkirchen kommt zu einem Vortrag und steht Rede und Antwort; die neue Walking-Variante Cross Shaping, stellt der Erfinder höchstpersönlich vor, Dr. Georg Kaupe, Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin; er kommt extra aus Bonn und macht die Teilnehmer ganz praktisch mit diesem Training bekannt; Monika Krämer, Alexander Technik-Lehrerin, vielen bekannt aus unserem Buch „Mut zum neuen Knie!“, führt in diese alltagstaugliche „Bewegungshilfe“ ein; und aus Ingolstadt kommt Personal Trainerin Katharina Schaps, die allen das so wichtige, weil stabilisierende Fascial Training zeigt. Es sind noch Plätze frei! Wir freuen uns über Anmeldungen an: autoren@mut-zur-neuen-huefte.de. Wir schicken dann auch das gesamte Programm zu – inklusive Führung durch die Erdinger Weißbier-Brauerei, Wellness in der Erdinger Therme, gemeinsamen Essen etc.

Bis dahin wünsche ich allen Lesern viel Sonne, damit die Bewegung an frischer Luft noch leichter fällt, viel Schwimmfreude (am besten früh morgens, wenn in den öffentlichen Schwimmbädern noch nicht so viel los ist ) – und einen überhaupt tollen Sommer! Kleiner Buchtipp zur Abkühlung: „Die Eismacher“ von Ernest van der Kwast. Danach schmeckt das gelato gleich noch einmal so gut!

Veröffentlicht unter Fitness, Hüfte, Kulinarisches, Literatur, Sport | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Mal ein paar Knie-Knorpel-Informationen – und TEPFIT-Treffen im November in Erding

Meine Beiträge an dieser Stelle werden immer rarer, ich weiß. Der Grund: Ich lebe wieder ganz „normal“, d. h. über meine Hüft-TEPs gibt es eigentlich nichts zu berichten. Ich freue mich an der schmerzfreien Bewegung und tue mit Gymnastik, Walken, Radfahren und Golf alles, damit es so bleibt. Ebenso freue ich mich, wenn ich von unseren Patienten aus den beiden Mutmach-Ratgebern „Mut zur neuen Hüfte!“ und „Mut zum neuen Knie!“ positive Rückmeldungen bekomme. So etwa von Andreas Meilhammer, der zur Entstehungszeit des Knie-Buchs gerade frisch operiert war und noch mit seiner Reha-Phase haderte. Heute, über zwei Jahre später, schreibt er mir: „Nein Golf spiele ich immer noch nicht, aber Snowboarden klappt super. Überhaupt muss man sagen, dass ich kaum Schwierigkeiten mit dem Knie habe, ein bisschen Wetterfühligkeit und manchmal muskuläre Probleme, aber das sind alles tatsächlich Kleinigkeiten.“

Reha-Programm mit Blackroll. Das Knie von Andreas hält inzwischen auch das Snowboarden wieder aus!

Reha-Programm mit Blackroll. Das Knie von Andreas hält inzwischen auch das Snowboarden wieder aus!

Beim Knorpelaufbau im Kniebereich tut sich übrigens auch medizinisch deutlich mehr als für die Hüfte. So stellte die Apotheken Umschau im April drei Verfahren des Knorpelaufbaus im Knie vor, mit denen Ärzte derzeit versuchen, Knorpeldefekte ohne künstliches Gelenk zu reparieren: Mikrofrakturierung, Mosaikplastik und Knorpelzelltransplantation. Allerdings ist die Studienlage hierzu noch ebenso dürftig wie bei dem Federsystem, das sich KineSpring-System nennt. Die minimalinvasiv eingesetzte Entlastungsfeder soll die Belastungen bei Knie-Arthrose reduzieren. Bei uns umstritten, aber in anderen Ländern durchaus mit Erfolg praktiziert, ist die Stammzellentherapie. Es lohnt sich in jedem Fall, den behandelnden Arzt auf mögliche Alternativen zur Totalendoprothese anzusprechen, vor allem, wenn die Arthrose noch nicht zu weit fortgeschritten ist.

Mein Mitautor Peter Herrchen und ich haben am Tegernsee die Idee eines Gesundheitsworkshops im Herbst geboren.

Mein Mitautor Peter Herrchen und ich haben am Tegernsee die Idee eines Gesundheitsworkshops vom 18. bis 20. November 2016  geboren.

Wer Interesse hat, dem sei an dieser Stelle gesagt, dass die geschlossene TEPFIT-Facebook-Gruppe gern Mitglieder aufnimmt und derzeit ein Treffen plant: Wir organisieren gerade in Erding (ganz in der Nähe der Erdinger Therme!) einen Gesundheitsworkshop mit vier Programmpunkten am Samstag, 19. November, nämlich Fascial Training, Cross Shaping, Vortrag von Dr. Christian Fulghum, endogap-Klinik Garmisch-Partenkirchen, und Alexandertechnik.  Dazu gibt es ein kleines Rahmenprogramm für alle diejenigen, die eine längere Anreise haben und übernachten. Wer Interesse hat, melde sich einfach per Mail an TEPFIT – Meeting 2016. Wir senden dann gern das Programm zu, sobald es endgültig steht – und freuen uns auf ein persönliches Kennenlernen!

Veröffentlicht unter Fitness, Golf, Hüfte, Sport | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Facebook und Wechseloperationen

Ich war lange eine Facebook-Verweigerin. Warum? Misstrauen im doppelten Sinn: Was tummelt sich denn da? Und wieso soll ich damit meine Zeit vertrödeln? Ich habe doch auch so genügend Sozialkontakte. Wozu noch Social Media? Seit 7. März 2016 bin ich nun über meinen Ablehnungsschatten gesprungen und bin auf Facebook aktiv. Erster Grund: Mein Mann und ich haben eine Olivenölschule ins Leben gerufen und möchten dafür Interessenten gewinnen, die über unseren bisherigen Kundenkreis hinausgehen. Zwar haben wir zu unserem Olio Piceno auch eine Website und ich verschicke regelmäßig e-mails an unsere Stammkunden. Aber warum nicht neue Fans gewinnen?

Zweiter Grund: Mein lieber Bücher-Mitautor Peter Herrchen hat schon vor einem Jahr eine geschlossene TEPFIT-Gruppe auf Facebook ins Leben gerufen und hat mir immer wieder interessante Fälle daraus übermittelt, die über FB auch auf unser Buch „Mut zur neuen Hüfte!“ und unsere Hüft-Website aufmerksam geworden sind. Meine Neugier war geweckt. Und was soll ich drei Wochen später sagen? Es macht mir Spaß! Nicht nur, dass ich über 260 „Freunde“ gewonnen habe und 93 Personen unsere Olivenöl-Seite mit „Gefällt mir“ markiert haben. Auch die Posts auf der TEPFIT-Seite interessieren mich – und ich kommentiere fleißig, wo immer ich meine, etwas Sinnvolles beitragen zu können.

Es freut mich natürlich, wenn auch anerkannte Fachärzte und Operateure wie Dr. Christian Fulghum von der endogap-Klinik in Garmisch-Partenkirchen unsere Facebook-Gruppe ob ihrer Ausgewogenheit loben. Das machen die Administratoren Peter Herrchen, Ulrike Steyer und Therese Schreiber wirklich vorbildlich. Meist müssen sie gar nicht eingreifen, weil die Betroffenen sich untereinander stützen, beraten und einander Mut zusprechen. So wie unser Mutmach-Ratgeber aus Patientensicht für die Ärzte aufschlussreich ist, so ist es sicher auch die Diskussion über die verschiedensten Themen rund um die Hüft- (und Knie-OP). Eigentlich erstaunlich, wie viele Fragen noch offen bleiben, auch bei den Betroffenen, die schon verschiedene Arzt-Gespräche geführt haben.

Ein Thema, das sicher in Zukunft noch wichtiger werden wird, sind Wechseloperationen. Ihre Zahl nimmt stetig zu. Laut der Deutschen Arthrose-Hilfe e. V. sind es derzeit bereits 20.000 im Jahr. „Nicht selten sind diese Zweit-Eingriffe wesentlich komplizierter, riskanter und dauern länger als die Erst-Operation“, heißt es im jüngsten Bericht des in Frankfurt 1987 gegründeten gemeinnützigen Vereins. „Ein Prothesenaustausch muss nicht nur bei Lockerungen durchgeführt werden, sondern auch bei Infektionen – trotz fest haftendem Zement.“ Ein Forschungsprojekt unter der Leitung von Prof. Dr. med. Christoph Josten von der Universitätsklinik Leipzig geht der Frage nach, wie es gelingen könnte, den fest haftenden Zement aus dem Knochen zu entfernen, ohne diesen zu verletzen. Modernste thermo-mechanische Methoden könnten helfen. Um dieses oder andere Forschungsprojekte zu unterstützen, sind Spenden willkommen.

Und sonst? Zur Zeit bin ich dabei, mein Gangbild wieder aufmerksamer zu beobachten. Der Grund ist die Hallux Valgus-OP meines lieben Mannes Michael Konitzer, der gerade das Gehen neu lernt. Gar nicht so einfach, wenn die „Fußarchitektur“ mit vielen Schrauben und einer den Knochen ersetzenden Schiene neu aufgebaut wurde. Da ist nix mehr mit lockerem Abrollen. Also habe ich mich daran erinnert, wie ich als frisch an der Hüfte Operierte mir den Schub nach vorn beim Gehen verstärkt aus den Pomuskeln geholt habe. Flugs habe ich diese Empfehlung an den Mann an meiner Seite weitergegeben, weil der schon über Knieschmerzen klagte.

Und einem Facebook-Freund habe ich zur Bekämpfung seines Bandscheibenvorfalls Manuelle Therapie und tägliche Gymnastik empfohlen. Aber diese tägliche Bewegung ist ja sowieso mein Lieblingsthema.

Ich fühle mich wie "Hercules"!

Ich fühle mich wie „Hercules“!

Was war heute bei mir dran außer meiner üblichen Morgengymnastik? Strandspaziergang und fröhliches Wippen auf einem der Fitness-Geräte am Adria-Strand.

Die sind sicher ergonomisch nicht besonders ausgefeilt und auch nicht TÜV-geprüft, aber – typisch italienisch – gleich mit sämtlichen Notfall-Nummern versehen. Man kann ja nie wissen – „non si sa mai„. Morgen früh walke ich wieder unseren steilen Zufahrtsweg hoch – ganz ohne Warnschilder – und danach schaue ich, was sich auf Facebook so tut. Ist ja doch ein interessantes Fenster in die Welt….

Gleich alle Notfall-Nummern parat

Gleich alle Notfall-Nummern parat

Veröffentlicht unter Allgemein, Fitness, Hüfte | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Z wie Zweitmeinung und Zuversicht

Wir leben im Zeitalter des mündigen Patienten. Das heißt: Wir sind dank Internet viel besser informiert als unsere Großmutter-Großvater-Generation, wir tauschen uns in sozialen Netzwerken aus – in puncto Hüfte u. a. in der geschlossenen Facebook-Gruppe meines Mitautors Peter Herrchen – und wir lesen Bücher zum Thema, so etwa unsere Bücher „Mut zur neuen Hüfte!“ und „Mut zum neuen Knie!“. Darin plädieren wir wie selbstverständlich für das Einholen einer Zweitmeinung.

Diese hat den Sinn, eine Diagnose des ersten Arztes entweder zu bestätigen, sie zu ergänzen oder dieser gar zu widersprechen. Klingt in der Theorie alles gut und schön, führt aber in der Praxis oft auch zu großer Verunsicherung. Kürzlich traf ich einen Mann mit heftigen Kniebeschwerden, der mir auffiel, weil er in geselliger Runde dauernd aufstand – ohne zum Rauchen oder auf die Toilette zu gehen. Er vertrat sich einfach die Beine, wie man so schön sagt. Ich sprach ihn an und er erzählte mir, dass er eigentlich wegen seiner permanenten Knieschmerzen zu einer Knie-TEP tendiert, aber kürzlich bei drei (!) verschiedenen Ärzten war, die alle komplett unterschiedliche Meinungen zu seinem Krankheitsbild vertraten: Der eine riet zur Total-Endoprothese, der andere zur konservativen Behandlung, die ich immer die „Abwarten und Hinauszögern-Therapie“ nenne, der dritte zu einer Teilschlitten-Prothese. Was also tat der arme Patient: gar nichts!

Anderer Fall: Mein lieber Mann muss sich am Fuß den Hallux Valgus operieren lassen. Etwas komplizierterer Fall, weil er unter Gicht und Polyneuropathie leidet. Krankheitsbilder, mit denen wenige Ärzte – leider, leider, muss man sagen – etwas anfangen können. Ganz zu schweigen von Köchen, die immer wieder überfordert sind, wenn wir in Restaurants kundtun, was er gar nicht essen darf. Aber das ist ein anderes Thema.

Auf jeden Fall ging mein lieber Mann natürlich zwei Meinungen einholen. Er machte also Termine in zwei Kliniken in München, die ihm beide von seinem nicht-operierenden Orthopäden und anderen Betroffenen empfohlen worden sind (Schön-Klinik Harlaching und OCM). Danach hatte er die Qual der Wahl, denn beide Operateure waren kompetent und hatten sein Vertrauen gewonnen. Er schlief die berühmte Nacht über dieser Entscheidung und entschied sich dann: für die Frau! Nein, nicht, weil sie ihm sympathischer war (das vielleicht auch ein klein wenig), sondern weil sie deutlich mehr Ahnung zum Thema Gicht hatte. Ein Pluspunkt, der den Ausschlag gab.

Und wie habe ich es damals, 2011 gemacht? Ich gestehe es: Ich habe keine Zweitmeinung eingeholt. Ich habe die komplette Recherche meiner lieben Freundin Susanne überlassen, die eine sehr komplizierte Hüftvorgeschichte hat und mir glaubhaft versicherte, dass nur Dr. Jürgen Radke die Erfahrung und Kompetenz habe, ihre komplizierte Trochanter-Umstellung vorzunehmen. Damit war für mich klar: Zu diesem Spezialisten gehe ich auch. Ein kurzer Termin – und die Hüft-OP war besiegelt. Die zweite folgte dann ja auch in Bälde. Leider operiert diese Koryphäe nicht mehr, wohl aber sein Sohn Dr. Stefan Radke. Und dass sich sein Vater bei seiner eigenen Hüft-OP in die operierenden Hände des Sohnes begeben hat, spricht ja auch für ihn.

Was also kann ich zum Thema raten? Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl! Gehen Sie mit Zuversicht an Ihre OP und an die Entscheidung für den Operateur heran – mit der festen Überzeugung, dass es danach nur besser werden kann! Im Falle der Hüft-TEP kann ich im Jahr 5 nach meinen beiden OPs nur bestätigen: Bewegung macht soooo viel Freude, und ein künstliches Hüftgelenk schenkt einem diese Bewegungsfreude zurück.

Die Welt und das Meer umarmen im Jahr 5 nach meinen Hüft-TEP OPs.

Die Welt und das Meer umarmen im Jahr 5 nach meinen Hüft-TEP OPs.

Veröffentlicht unter Allgemein, Fitness, Hüfte | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 5 Kommentare

Ein gesundes und bewegungsfreudiges Jahr 2016 – ohne Schmerzen!

Zum Jahreswechsel hier ein paar Lesefrüchte aus Magazinen & Co., die für Hüft- und Knie-TEP-Träger gleichermaßen interessant sein dürften.

Schmerzmittel hat das Öko-Test-Magazin in der letzten Ausgabe des gerade abgelaufenen Jahres 2015 getestet. Und was steht da im ersten Absatz auf S. 60 unter „Kompakt“ zum weit verbreiteten Schmerzmittel Paracetamol: „In der Behandlung von Rückenschmerzen wirkt Paracetamol nicht besser als ein Scheinmedikament, bei Patienten mit Schmerzen aufgrund verschlissener Knie- und Hüftgelenke zeigt es nur einen geringen, klinisch kaum bedeutsamen Effekt. Daher sind – nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt – andere Wirkstoffe wie Diclofenac, Ibuprofen oder Naproxen vorzuziehen.“

Auch ich habe in meiner akuten Vor-OP-Phase hin und wieder Ibuprofen eingeworfen – vor allem vor geplanten Belastungen wie längeren Spaziergängen oder in meinem Fall gar einer Golfrunde, die ich aber meist im Haltungsstil einer alten Oma spätestens nach neun Löchern abgebrochen habe. Diese Zeit liegt nun glücklicherweise schon vier Jahre hinter mir. Die postoperativen Jahre 2012, 2013, 2014 und 2015 waren: schmerzfrei, voller Bewegungs- und Lebensfreude – und großer Dankbarkeit für den Fortschritt der Medizintechnik.

Möge die TEP lange halten!

Aus dem Dezember-Heft der „Arthrose-Info“, dem Offiziellen Organ der Deutschen Arthrose-Hilfe e. V. (Nr. 108), gebe ich hier 10 Tipps bzw. Erkenntnisse zur langen Haltbarkeit der künstlichen Hüfte weiter – versehen mit einigen persönlichen Kommentaren.

1. Je jünger – desto höher das Lockerungs-Risiko

Leider lockern sich wohl die neuen Gelenke bei jüngeren Patienten häufig früher als bei älteren. „Ob dies an einer erhöhten Aktivität der jungen Menschen oder am Knochenstoffwechsel liegt, ist bisher noch nicht sicher bekannt.“ Leider schreibt hier auch niemand, was unter „jung“ zu verstehen ist. Das ist ja bekanntlich alles relativ…

2. Vorsicht, wenn das „neueste Modell“ angeboten wird

„Neu“ sei in diesem Fall eher ein Risiko, weil noch nicht über die Jahre getestet werden konnte, ob diese neuen Modelle tatsächlich besser sind. „Sicherer ist es, wenn man auf bewährte Modelle setzt, zu denen die Klinik zuverlässige Angaben zur Haltbarkeit machen kann.“

3. Vorsicht Tierbiss

Am künstlichen Gelenk können sich bekanntlich Bakterien ansammeln. „Österreichische Ärzte haben nun von einem Fall berichtet, bei dem es drei Monate (!) nach einem Katzenbiss zu einer schweren Infektion am künstlichen Gelenk gekommen ist. Das Gelenk musste ausgetauscht werden.“ Nach jeder Bissverletzung deshalb rasch den behandelnden Arzt aufsuchen!

4. Richtiges Verhalten in der Frühphase

Die Frühphase nach der OP ist die wichtige Einheilungsphase, die wesentlich zur langen Haltbarkeit des neuen Gelenks beiträgt. „Von einigen Experten wird empfohlen, beide Unterarmstützen am besten während der ersten vier bis sechs Wochen zu benutzen, bis alles im Inneren gefestigt und die inneren Wunden verheilt sind.“ Auch ich hatte so einen vorsichtigen Operateur und habe mich keineswegs von meinen ach so mobilen Mitpatienten anstacheln lassen, doch schon früher ohne Krücken zu gehen. Warum auch? Lieber ein paar Wochen länger vorsichtig und achtsam sein, um noch einige Jahre länger etwas von der TEP zu haben.

5. Muskeln kräftigen

Starke Muskeln führen das Gelenk sicher und schützen es vor Überlastung. Wichtige Übungen zur Kräftigung der Hüftmuskulatur lernt man ja bereits in der Reha – und sollte sie auch zu Hause (mehrmals) täglich durchführen. Dabei geht es zum einen um die volle Streckung und zum anderen um die Stärkung der seitlich ansetzenden Muskulatur.

6. Stürze vermeiden

Um die Prothese herum brechen die Knochen leider leichter. Die Arthrose-Info empfiehlt zur Sturzvermeidung sogar, dass man weder treppauf noch treppab etwas in beiden Händen tragen sollte. Vielmehr sollte man sich am Geländer festhalten. Das halte ich nun gerade angesichts meiner eigenen Stürze (ausgerutscht auf nassem Boden) für übertrieben. Aber natürlich gilt auch hier der alte Spruch: „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.“

Armbruch mit 92! Meine Tante, Mitte, hat tatsächlich in beiden Händen Einkaufstüten gehabt anstatt sich am Geländer festzuhalten!

Armbruch mit 92! Meine Tante, Mitte, hat tatsächlich in beiden Händen Einkaufstüten gehabt anstatt sich am Geländer festzuhalten!

7. Osteoporose vermeiden

Starke und kräftige Knochen halten das künstliche Gelenk. Knochen-Abbau, also Osteoporose, sollten daher sowohl Frauen als auch Männer vermeiden. Tipp: Jährlich den Vitamin-D-Spiegel im Blut testen lassen. Die Kosten für diesen Test übernehme sogar die Krankenkasse, wenn man ihr zuvor die Begründung mitteilt, weiß die Arthrose-Gesellschaft. Außerdem empfohlen: kalziumreiche Ernährung mit u. a. Milchprodukten.

8. Übergewicht?

Gerade zu Beginn eines neuen Jahres sind die guten Vorsätze ja da. Ganz oben auf der Liste: ein paar Kilo abspecken. Das kann nie schaden, weder vor noch nach der OP, um das neue Gelenk vor zusätzlicher Belastung zu schützen. Allerdings gibt es viele Studien, die keine Korrelation zwischen Übergewicht und schnellerer Abnutzung erkennen können, und auch die interviewten Operateure in unseren Mutmach-Ratgebern „Mut zur neuen Hüfte!“ und „Mut zum neuen Knie!“ sind der Meinung: Übergewicht macht dem Gelenk weniger zu schaffen als man als Laie so denken mag.

9. Unterschiede in der Beinlänge

Nach der Hüft-OP sind die Beine manchmal unterschiedlich lang. Das sollte natürlich kein Dauerzustand sein, weil das Hinken zu einer vermehrten Belastung der TEP führt. Hier empfiehlt die Arthrose-Info doch tatsächlich Einlagen oder Schuhsohlenerhöhungen! Ich dagegen empfehle aus eigener Erfahrung: abwarten und Dehnübungen machen! Grund: Die Muskeln, etwa in der Leistengegend, haben sich vor der OP derart verkürzt, dass sie einige Monate brauchen, bis sie sich wieder entkrampfen, entspannen und buchstäblich an den neuen Zustand gewöhnen. Mit Faszien-Training, Rolfing oder Blackroll, sollte man den Prozess unterstützen. Erst wenn, sagen wir nach einem Jahr, immer noch eine Beinlängendifferenz festgestellt wird, sollte man über Hilfsmittel nachdenken.

10. Kein Joggen, kein Rennen, kein Springen

„Alle Höchstbelastung gilt es klug zu vermeiden.“, schreibt die Arthrose-Info und meint damit u. a. auch das Rennen zum Bus. Wie die Übervorsicht beim Treppensteigen halte ich auch dies für überzogen. Richtig ist die Warnung vor sogenannten Kontaktsportarten, die zudem häufige unkontrollierte Sprints, Stop and Go quasi, erfordern, und Stürze mit sich bringen, also Fußball, Basketball, Badminton oder auch Kampfsportarten wie Judo und Karate. Die Warnung vor dem Joggen wird mein täglich joggender Mitautor Peter Herrchen weit von sich weisen und für die richtigen Schuhe und die richtige Technik plädieren.

In unseren Büchern jedenfalls kommen viele sportlich aktive Menschen zu Wort, die glücklich sind, endlich wieder joggen zu können. Für dieses Bewegungsglück nehmen sie ganz bewusst möglicherweise eine verkürzte Haltbarkeitsdauer ihres Gelenks in Kauf. Aber inzwischen gibt es auch längst Studien, die keine Korrelation zwischen Jogging und verkürzter TEP-Lebensdauer sehen. Also gilt auch hier: Tun Sie, was Ihnen Freude macht, ohne es gleich zu übertreiben! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein schönes, gesundes und bewegungsfreudiges Jahr 2016!

Vor Weihnachten war ich am Katschberg zwei Tage zum Skifahren: auf Kunstschnee und absolut leeren, bestens präparierten Pisten - mit viel Grün rundherum!

Vor Weihnachten war ich am Katschberg zwei Tage zum Skifahren: auf Kunstschnee und absolut leeren, bestens präparierten Pisten – mit viel Grün rundherum!

PS: Lese-Tipp ohne TEP: „Drei auf Reisen“ von David Nicholls, dem Autor des auch verfilmten Bestsellers „Zwei an einem Tag“. Ein britisches Ehepaar Anfang 50 begibt sich mit ihrem 17-jährigen Sohn auf die sogenannte „Grand Tour“, eine Europa-Reise zu den wichtigsten Kulturstätten und Museen, etwa in Amsterdam, München, Venedig, Florenz, Barcelona und Madrid. Allerdings hängt über dieser Reise das Damoklesschwert der angekündigten Trennung. SIE nämlich wünscht sich nach dem Auszug des Sohnes ein anderes Leben, während ER sich ein Leben ohne SIE nicht vorstellen kann. Geschildert wird diese Reise aus der ironisch-selbstkritischen Sicht des Mannes, eines trockenen Wissenschaftlers, der immer wieder in die angeblich so glückliche Vergangenheit mit seiner lebenslustigen Frau zurückblendet.  Dass sich in der Retrospektive schon damals die ersten Risse gezeigt haben, merkt nicht nur der Leser. Ein sehr erhellender, durchaus komischer, mitreißend geschriebener Roman, der bis zum Schluss offen lässt, ob die beiden ihren Neuanfang gemeinsam oder doch lieber getrennt voneinander schaffen.

Veröffentlicht unter Allgemein, Fitness, Golf, Hüfte, Literatur, Sport | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Blackroll – und andere Weihnachtsgeschenkideen

Seit neuestem bin ich Anhängerin der Blackroll. Kennen Sie dieses Folterinstrument? Fand ich zunächst schrecklich. Aber seit ich es im rechten Knie habe und bei meiner täglichen Morgengymnastik deutlich spüre, wie die Oberschenkelmuskeln ange- und verspannt sind wie zur besten Vor-Hüft-OP-Zeit, bin ich Fan. Feige wie ich bin – wer will schon gern freiwillig Schmerzen aushalten? – habe ich mir zunächst die weichere Version gekauft. Diese Hartschaumvariante kommt im freundlichen Weiß-Grün-Look daher und sieht nicht gar so martialisch aus wie die „echte“ schwarze Rolle.

Die Blackroll-Weichei-Variante auf meiner Gymnastikmatte

Die Blackroll-Weichei-Variante auf meiner Gymnastikmatte

Aber was soll ich sagen: Inzwischen finde ich die fast pipifax! Netterweise steht in der Anleitung, dass man zunächst, um die Muskulatur an den Schmerz zu gewöhnen, nur 5 bis 15 Sekunden üben soll. Üben heißt in diesem Fall, mit dem ganzen Gewicht den seitlichen Oberschenkelmuskelstrang entlang zu rollen. Das erfordert etwas akrobatische Fähigkeiten – gepaart mit lautem Gestöhne. Irgendwann klappt es. Es tut weh, aber – oh Wunder – hinterher fühlt es sich gut an! Und ich bin wirklich nicht masochistisch veranlagt. Aber die Faszien, also die tieferliegenden Muskeln, das Bindegewebe, werden tatsächlich erreicht – und entspannen sich. In meinem Fall entlastet dies das Knie. Man kann diesen Foam Roller, zu deutsch Schaum-Rolle, auch zur Selbstmassage an anderen Stellen einsetzen. Also ein ideales Universalgeschenk zu Weihnachten.

Ein Teil meiner Winter-Bridge-Runde; rechts unsere älteste und beste Mitspielerin Lotte

Ein Teil meiner Winter-Bridge-Runde; rechts unsere älteste und beste Mitspielerin Lotte

Was kann man einem Hüft-Patienten noch schenken? Wie immer zuerst: Aufmerksamkeit, Liebe und Zeit. Danach? Ich plädiere für einen Bridge-Kurs. Ich nutze diesen Blog jetzt schamlos aus, um für mein Lieblings-Kartenspiel zu werben. Es gibt viele Gründe, dieses schwierige und so spannende Spiel zu lernen: Es ist ein ideales Anti-Aging-Training, weil diese Form des Hirnjoggings bis ins hohe Alter fit hält (meine Bridge-Partnerin ist 90 Jahre alt und spielt immer noch Golf & Bridge!), man kann es überall und in jedem Zustand spielen – in unserem Fall auch mit Krücken in der Reha -, man trifft immer nette Leute (zugegeben, manchmal sind auch schwierige Charaktere dabei) und findet auch als Single weltweit (Kreuzfahrten!) Anschluss. Jetzt über den Winter suche man sich einen Bridgelehrer in der Nähe, lasse sich eine Lern-Übungs-CD schenken und übe fleißig, am besten im Kreise Gleichgesinnter. Das ist wie eine neue Sprache lernen: Es macht Spaß und öffnet neue Horizonte!

Meine fröhliche Schneeschuh-Wandergruppe in Waidring (ich Mitte in Braun)

Meine fröhliche Schneeschuh-Wandergruppe in Waidring (ich Mitte in Braun)

Weiterhin empfehle ich „bewegende“ Geschenke. Also zum Beispiel Teleskop-Stöcke für die nächsten Wandertage oder einen Golf-Schnupperkurs bei einem erfahrenen Pro, der auch Rücksicht auf TEP-Träger nimmt, die sich nicht mehr ganz so viel Rotation zutrauen. Oder jetzt im Winter schön: ein Gutschein für eine geführte  Schneeschuhwanderung! Das ist völlig ungefährlich und jeder, egal wie sportlich, beherrscht das sofort. Das Tolle daran ist, dass man in völlig unberührte Schneelandschaften stapfen kann. Und wenn man eine nette Führerin hat, die zwischendurch warmen Tee aus ihrem Rucksack ausschenkt, umso besser!

Last but not least hier ein paar Buchtipps: Naheliegend ist Renate Bergmann „Das bisschen Hüfte, meine Güte„. Aber ehrlich gesagt ist das nur für schnoddrig veranlagte Berliner wirklich witzig. Als Exil-Berlinerin kann ich mir schwerlich vorstellen, dass diese Online-Omi mit ihrem sehr speziellen Sprachwitz außerhalb der Hauptstadt gut ankommt. Zumal ihre Reha-Erfahrungen (sie nimmt dauernd den Rollator!) nicht wirklich erhellend sind. Viel schöner liest sich da schon „Tante Poldi und die sizilianischen Löwen“ von Mario Giordano. Zwar ist seine Senioren-Heldin auch gewöhnungsbedürftig (übergewichtig, alkoholabhängig, bayerisch-fluchend und liebessehnsüchtig), aber das ist vom Ansatz her so originell und so witzig geschrieben, dass man auch als Nicht-Krimileserin wie ich Spaß daran hat. Zumal das Ganze ja in Bella Italia, auf Sizilien spielt.

Ich grüße alle meine Leser im Dezember vom Adria-Strand und wünsche einen schönen Jahresausklang!

Ich grüße alle meine Leser im Dezember vom Adria-Strand und wünsche einen schönen Jahresausklang!

Wer ihn noch nicht kennt, dem lege ich jetzt zum Schluss meinen absoluten Lieblingsautor Hanns-Josef Ortheil ans Herz. Dieser begnadete Schreibkünstler zieht mich schon seit Jahren immer wieder in seinen Bann – egal, welchem Thema er sich widmet. In jüngster Zeit arbeitet er seine eigene Kindheit auf – als zunächst stummer Junge, auf Mosel- oder Berlinreise mit seinem Vater -; immer wieder gelingen ihm treffende Zeit-Porträts („Die Agenten“ über die 80er Jahre), magische historische Romane („Faustinas Küsse„) und außergewöhnliche Liebesromane. Mein LieblingsromanDie große Liebe“ aus dem Jahr 2003 spielt just in der Gegend, wo unsere Zweitheimat ist: in den mittelitalienischen Marken bei San Benedetto del Tronto. Da sein Werk weit über 30 Bücher umfasst – inklusive Sachbücher über das Schreiben oder die Musik, seine zweite Leidenschaft – fällt es sicher nicht schwer, für den Ortheil-Anfänger das richtige Buch herauszusuchen. Viel Vergnügen dabei – und frohe Weihnachten!

Veröffentlicht unter Allgemein, Fitness, Golf, Hüfte, Literatur, Sport | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen