E wie Entlastung, Ergometer und Essen

Genau heute vor sechs Wochen war meine zweite Hüft-OP – und nun darf ich auch hochoffiziell zur Vollbelastung übergehen. In der letzten Woche habe ich mich da schon hingetastet, aber ich merke schon, dass ich die operierte Hüfte immer noch eher entlaste, etwa vor dem Spiegel oder beim Duschen mehr auf der rechten Seite stehe. Also nun Schluss mit der Entlastung, habe ich zu meiner linken Seite gesagt. Ja, man sollte auch mal mit seiner Endoprothese sprechen. Schließlich muss sie sich an den neuen Besitzer gewöhnen…. Keine Angst, jetzt wird`s nicht esoterisch, sondern ganz praktisch.

Rund drei Mal pro Woche steht Training auf dem Ergometer auf meinem Fitness-Plan. Allerdings nicht mit irgendeinem Ergometer, das verschämt in einer muffigen Kellerecke steht. Sondern mit einem formschönen, einem Fahrrad ähnlichen Trainingsgerät, das dekorativ bei uns das Wohnzimmer schmückt. Ja, wirklich. Denn es handelt sich um eines von unserem Freund und Produktdesigner Anton Rief entworfenes Stil-Fit-Ergometer. Und wie der Name schon sagt: Es hat Stil und macht fit (www.stil-fit.com). Für ca. 5,5 Kilometer reicht meine Energie. Dazu brauche ich 15 Minuten auf Level 5, d. h. bei rund 70 RPM. Langsam werde ich das steigern, um wieder mehr Kondition zu haben.

Anton Rief auf seinem Stil-Fit-Ergometer

Anton Rief auf seinem Stil-Fit-Ergometer

Denn erstmals habe ich am sonnigen Sonntag eine halbe Stunde Nordic Walking probiert – und danach war ich platt! Muskelkater in der linken Pobacke und verschwitzt. Und dann noch der Satz von meinem lieben Mann: „Mit dem Hund bin ich schneller gegangen.“ Der Hund wohlgemerkt ist ein Gasthund, den wir ab und an hüten, der arthritisch und schon nicht mehr der Jüngste ist… Nun gut. Das wird schon wieder, denke ich mir. Aber Geduld war noch nie meine Stärke. Es wäre einfach nett, wenn wieder alles wie von selbst funktionieren könnte. Stattdessen ist mühsames Muskelaufbau-Training angesagt. Allerdings habe ich mir bei meiner Physiotherapeutin dann mal zur Abwechslung eine Massage, Moorpackung und Fango geben lassen.

Apropos Energie: Meine Eisenspeicher sind noch bis zum 9. Dezember aufgefüllt. Am 21. Oktober habe ich nämlich eine 500 ml-Eiseninfusion im Krankenhaus bekommen, da mein Hämoglobin-Wert nach der OP so abgesackt war. Mal schauen, ob ich danach über die Ernährung entsprechend für Nachschub sorgen muss. Allerdings kann man mit dem Essen nur täglich 10 ml Eisen aufnehmen (deshalb reichen 500 ml für 50 Tage). Also spare ich mir momentan alle roten Rotkäppchen-Säfte, die ich allerdings als Morgensaft angereichert mit einer Messerspitze Vitamin C-Pulver sehr lecker finde (danke an dieser Stelle für die gesunden Mitbringsel im Krankenhaus und in der Reha!). Damit habe ich bislang – toi, toi, toi – Erkältungen mehrheitlich vermieden.

Das Thema Essen war in der Reha ein relativ beherrschendes. Ich bin da absolut wählerisch und esse nicht einfach, „weil`s der Hunger reintreibt“. Einen Kaiserschmarrn, der deutlich aus Fertigpulver zusammengemischt war und nie ein Ei gesehen hat, habe ich nach einer Gabel einfach zurückgehen lassen. No go! Dann gab`s eben abends nur einen Apfel aus unserem Erdinger Garten. Und evtl. noch den einen oder anderen Lebkuchen dazu… Auf jeden Fall habe ich mich schon im Krankenhaus als Vegetarierin angemeldet und auch in der Reha Fleisch vermieden. Wohl gemerkt, ich esse Fleisch. Allerdings nur solches, dessen Herkunft ich kenne. Einkaufen bei Aldi gibt es bei mir nicht. Schon allein, weil ich die Schnäppchen-Geiz ist geil-Mentalität nicht unterstützen will. Essen darf und soll nicht billig, sondern gut sein – drei Ausrufezeichen!!! Lieber weniger als schlecht.

Am Tegernsee gibt es wundervolle Fische – Saiblinge, Renken und Hechte -, die es neben der St. Hubertus-Klinik im Fischbrut-Haus als Mini-Ausgabe und im Aquadome-Aquarium als ausgewachsene Exemplare zu bewundern gibt (direkt an der Schiffsanlegestelle Abwinkl). Das beste Essen in der Reha-Klinik waren Hechtklöße und Saiblingsfilet! Und an dieser Stelle herzlichen Dank an das freundliche Aquadome-Bistro-Team für den leckeren selbstgebackenen Kuchen. Das waren meine liebsten Spaziergänge am Nachmittag.

Herrliche Einkehr an der Anlegestelle Abwinkl: Aquadome

Herrliche Einkehr an der Anlegestelle Abwinkl: Aquadome

Und wenn ich Lust auf Fleisch hatte, fuhr ich mit meinem lieben Mann zum Wildessen – herrlich im Forsthaus Valepp (www.forsthaus-valepp.de) und im Alten Bad in Wildbad Kreuth (www.altesbad.de).

Aber weil wir ja beim Buchstaben E sind: Ich freue mich auch schon wieder aufs Entenessen am 4. Advent bei Freunden. Da vergleichen wir immer Flug- und Landente. Sehr interessant – und lecker natürlich. Und bis dahin will ich auf jeden Fall so gehen können, dass mir niemand mehr eine Hüft-OP anmerkt. Das sollte ja in 20 Tagen locker zu schaffen sein. Der Countdown läuft.

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