F wie Faszien sowie G wie Gangbild und Geh-Gefühl

Acht Wochen sind seit meiner zweiten OP vergangen. Seit zwei Wochen gehe ich ohne Gehhilfen, aber immer noch gefällt mir mein Gangbild nicht. Mein linkes, neu operiertes Bein fühlt sich immer noch schwerer an. Das runde Gehen finde ich anstrengend. Von außen merkt man nichts – allerdings nur, wenn ich „eingelaufen“ bin. Das heißt, wenn sich mein Körper nach ca. 20 Schritten irgendwie damit abgefunden hat, dass er jetzt bitteschön ordentlich zu laufen hat. Dann geht es auf einmal. Aber vorher gibt es das „Anlauf-Humpeln“, das schwerfällige Gehen mit aufmuckender Rückmeldung des linken Pomuskels, Piriformis genannt.

Die deutlichste Entlastung dieses beschwerlichen Geh-Gefühls hat mir bislang mein Rolfer Markus Roßmann (www.rossmann-rolfing.de) verschafft. Hiermit ziehe ich also den Buchstaben R vor, vor allem weil es um Faszien, also den Buchstaben F geht. Rolfing, das wegen seiner Erfinderin Dr. Ida Rolf so heißt, dringt nämlich in die tieferen Regionen unseres Bewegungsapparats vor. In die so genannten Faszien, die unseren ganzen Körper vernetzen (www.fasciafitness.de). Sie umgeben jeden Muskel, jedes Organ, jede Bandstruktur. Bei der Behandlung schaut sich der geschulte Rolfer den bis auf die Unterhose nackten Körper im Stehen von vorn, von hinten und seitlich an und behandelt dann einzelne Partien im Liegen. Dazu geht er mit seinen Fingern relativ tief in das Gewebe. Das kann unter Umständen schmerzhafter als eine intensive Massage sein, hat aber einen erstaunlichen Entspannungs-Effekt.

Rolfing hat mir schon einmal bei einem anderen Problem geholfen: Nach dem Tragen von zu engen neuen Golfschuhen bei einem sechstündigen (!) Turnier habe ich vor einigen Jahren, als ich noch keine Hüftprobleme hatte, ein Fersensporn-Syndrom entwickelt. Das war total schmerzhaft beim Gehen, ich konnte den Golfplatz nur mit Cart bewältigen und niemand hat mir wirklich helfen können. Die Ratschläge gingen bis zur Operation! Bis mir ein liebes Eichenrieder Golf-Mitglied – danke Wolf Reinhardt! – von seinen erfolgreichen Rolfing-Behandlungen berichtet hat. Flugs habe ich das gegoogelt und in Erding Markus Roßmann gefunden, der auch in München-Schwabing in der Praxis von Dr. Schleip praktiziert. Zehn Sitzungen habe ich bei ihm absolviert. Wie beim Tennis-Ellenbogen liegt das Geheimnis darin, die Spannung aus dem betroffenen Bereich herauszunehmen und damit Signale an die peripheren Muskeln zu geben, dass sie wieder die Arbeit übernehmen sollen.

Nach der ersten Hüft-OP Golfrunde leider nur im Cart

Nach der ersten Hüft-OP Golfrunde leider nur im Cart

Die peripheren Muskeln beim Tennis-Ellenbogen sind die im Handgelenk und in der Schulter. Da hieß die Zauberübung einfach Liegestütze! Da ich das rechts hatte, habe ich (schon vor fast zwei Jahrzehnten!) gelernt, die Computer-Maus links zu bedienen und habe mir außerdem ein Automatik-Auto gekauft, um nicht dauernd den Schaltknüppfel bedienen zu müssen. Eine der weisesten Entscheidungen meines Lebens! Man fährt so viel entspannter mit Automatik. Weiterer Vorteil: Nach meiner linken Hüft-OP konnte ich sofort wieder Auto fahren, weil ich das linke Bein ja überhaupt nicht brauche!

Beim Fersensporn-Syndrom war die externe Rolfing-Hilfe absolut notwendig. Das hätte ich nicht allein hinbekommen. Nach den zehn Sitzungen war ich absolut schmerzfrei und habe auch nie wieder Probleme mit meinen Fersen gehabt. Seitdem achte ich aber bei meiner täglichen Gymnastik gezielt auf meine Füße, lockere die Sprunggelenke, stehe auf Zehenspitzen etc.

Meine Gymnastik nimmt zur Zeit jeden Morgen eine halbe Stunde ein. Dazu Ergometer oder Mini-Trampolin oder eine Behandlung von meinen „Heilern“. Gerade war ich drei Tage lange Modell-Patientin bei jungen Manual-Therapeuten (nach dem Maitland-Konzept), die unter den Dozenten-Augen meiner Manual-Therapeutin Birgit Ferber-Busse ihre Fortbildung zum International Degree gemacht haben (www.dvmt.org = Deutscher Verband für Manuelle Therapie).  Morgen lasse ich mir eine entspannende Shiatsu-Behandlung geben, und Dienstag gehe ich zum „Nature Walk“ mit Markus Roßmann. Dazu im nächsten Blog-Beitrag mehr. Bis dahin gibt`s den schönen Satz von Dr. Ida Rolf: „Der Körper ist im Konflikt mit der Schwerkraft.“ Und er freut sich, wenn ihm bei dieser „Konfliktbewältigung“ geholfen wird.

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