M wie Mega-Kälte, Muskeln, minimalinvasiv, Mondkalender, Mut – und Migräne

Auch in Mittelitalien, in der Region „Le Marche“ (dt: die Marken = Toskana für Arme), ist Schnee gefallen – und wie! Am 4. Februar 2012 steht dort, wo wir Anfang des Jahres an der Adria spazieren gegangen sind (s. Artikel I wi Italien) ein Schneemann und sogar Langläufer tummeln sich am Strand vor hohen Wellen (s. Foto)! In der S-Bahn-Region München liegt dagegen vergleichweise wenig Schnee, dafür herrscht eine zapfige Kälte von bis -15 Grad in der Nacht. Dank unseres Gasthundes Arancio, der zwei Wochen Landurlaub bei uns genießt, während Frauchen bei 20 Plusgraden auf Lanzarote weilt, müssen wir aber auch drei Mal am Tag in die Eiseskälte. Da stapfe ich also allmorgendlich warm eingepackt über die gefrorenen Feldwege und betrachte es als Muskel- und Koordinationstraining für meine Hüften. Denn der unebene Boden zwingt meine Muskeln und Sehnen dazu, sich ständig anzupassen. Gutes Zeichen: Stolpern tut nicht mehr weh. Außerdem kann ich seit drei Tagen auch links einbeinig aus dem Knien aufstehen. Juchhu!

Ein Langläufer im Schnee am Adria-Strand - historischer 4. Februar 2012!

Ein Langläufer im Schnee am Adria-Strand - historischer 4. Februar 2012!

Zur Entspannung und Lockerung der Muskeln gibt es Montag noch ein letztes Mal Manualtherapie (s. Link dazu), dann ist das so genannte D 1-Rezept mit 10 Behandlungen beendet. Ein neues brauche ich nicht, da ich lieber mit dem Miha-Training weitermachen möchte, das ich vor meinen beiden Hüft-OP`s im Frühjahr 2011 angefangen habe. EMS heißt das auch – Elektro-Muskel-Stimulation. In einem schwarzen, eng anliegenden Anzug steckend, bekommt man einen Gürtel mit Elektroden angelegt, und während man unter Anleitung einer Personal Trainerin Übungen macht, gleitet leise Strom durch die verschiedenen Körperpartien, um den Trainingseffekt zu erhöhen. Mehr dazu, sobald ich im Golfclub München Eichenried (s. Link und Fitness-Menüpunkt) wieder meine erste Stunde nach den beiden Hüft-OP`s hatte.

Schön finde ich es, dass inzwischen jemand meinen Blog entdeckt hat, der ebenfalls einen Blog nach zwei Hüft-OP`s schreibt. Peter Herrchen aus Wiesbaden hat viele Gemeinsamkeiten mit mir: selber Jahrgang, Reha in St. Hubertus am Tegernsee, sportlich – und vor allem will er wie ich mit seinem Blog anderen Mut machen, sich zu einer Hüft-OP durchzuringen anstatt länger zu leiden. Deshalb habe ich ihn gern in meine Link-Liste aufgenommen (www.endoprothese.wordpress.com), und seine Verlinkung mit meinem Blog hat mir an einem Tag 82 Zugriffe beschert! Vielen Dank dafür auch an dieser Stelle.

Zum Buchstaben M gehört auch das Stichwort minimalinvasiv, d. h. die OP-Technik, die möglichst schonend an den Hüftkopf herangeht, ohne allzu viele Muskeln und Sehnen in Mitleidenschaft zu ziehen. Diese Technik wenden inzwischen so gut wie alle Operateure an, allerdings mit unterschiedlich langen Schnitten, sprich späteren Narben. Da hört für mich aber die Eitelkeit komplett auf. Mein Operateur ist der Meinung, ein längerer Schnitt erleichtert ihm den Zugang und ist weniger risikoreich, also soll er es so machen. Ich will ja nicht mehr Germanys Next Top Model werden. Da einem lieben Golf-PR-Kollegen bei einer rein minimalinvasiven Hüft-OP irreversibel Nerven verletzt wurden, ist meiner Meinung nach Skepsis angebracht. Auf jeden Fall gilt hier wieder die Aufforderung zur intensiven Recherche, wie viele OP`s der ausgewählte Orthopäde schon in seinem Leben erfolgreich vorgenommen hat. Bezüglich Material-Auswahl gilt der gleiche Rat, vor allem natürlich für Allergiker. Der Fall einer Frau, die erst nach der OP festgestellt hat, dass sie auf das Material Titan allergisch reagiert, hat mir noch im nachhinein Schauer über den Rücken gejagt. Denn natürlich musste sie die Endoprothese rasch austauschen lassen. So eine zweite Hüft OP will ja wirklich niemand!

Bei M fällt mir noch Mondkalender ein: Tatsächlich habe ich mich ein bisschen danach gerichtet, weil ich eine sehr esoterische Freundin habe, die mir das dringend angeraten hat. Es gibt wohl Tage, an denen so ein doch blutiger Eingriff glimpflicher verläuft. Zu meiner Verblüffung hatte die Damen in der Krankenhaus-Anmeldung einen Mondphasen-Kalender hinter ihrem Schreibtisch hängen und bestätigte mir bei der ersten OP den günstigen Termin. Bei der zweiten OP war er wohl nicht mehr ganz so günstig, da ich ja dabei mehr Blut verloren habe.

Vielleicht lag es auch an der ungünstigen Mondphase, dass ich drei Tage nach der zweiten OP eine Woche lang täglich ab mittags eine unsägliche Migräne bekommen habe. Da half nichts außer Formigran. Das ist ein starkes Migräne-Mittel, das es rezeptfrei in der Apotheke gibt. Wohlweislich sind immer nur zwei Tabletten in einer Packung, die 10 Euro (!) kostet. Das von mir gewünschte Mitbringsel meiner Besucher war also stets Formigran, da die üblichen Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac, die mir die Krankenschwester geben konnte, wirkungslos blieben (die Oberschwester hat sogar bestätigt, dass beide auch bei ihr nichts helfen). Schließlich habe ich das Östrogen-Gel und das natürliche Progesteron abgesetzt, das ich seit einigen Monaten gegen meine wechseljahrsbedingten Hitzewallungen genommen hatte. Vielleicht war es auch irgendein Stoff im Krankenzimmer oder schlicht das Bedürfnis, endlich wieder in Freiheit sein zu dürfen: Auf jeden Fall hörten die Kopfschmerzen schlagartig auf, als ich am schönen Tegernsee mit der Reha begann. (Noch ein möglicher Grund: Die Anti-Thrombose-Spritzen, die ja das Blut verdünnen, wurden in der Reha in Tabletten umgewandelt. Vielleicht habe ich die besser vertragen.)

Die Hitzewallungen sind leider bald wiedergekommen, aber bei dieser Mega-Kälte sind sie mir ab und zu sogar willkommen!

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Eine Antwort zu M wie Mega-Kälte, Muskeln, minimalinvasiv, Mondkalender, Mut – und Migräne

  1. Peter Herrchen schreibt:

    M wie minimalinvasiv!
    Kann mich hier nur den Worten „.. meiner Meinung nach Skepsis angebracht. Auf jeden Fall gilt hier wieder die Aufforderung zur intensiven Recherche, wie viele OP`s der ausgewählte Orthopäde schon in seinem Leben erfolgreich vorgenommen hat …“ uneingeschränkt anschließen. Was nützt die tollste kleine Narbe, wenn das eigentliche Ergebnis negativ ist und bleibt. Wer schon mal ein Video von einer Hüft-OP gesehen hat, der weiss, dass ein großer Zugang sicherlich für den Operateur wesentlich einfacher ist und zudem auch Optionen offen lässt, falls sich der erfahrene Arzt während der Operation anders entscheiden muss, als vielleicht auf Grund von Röntgenbildern geplant. Ansonsten besten Dank für die Erwähung meines Blogs!

    Gruß Peter Herrchen
    http://endoprothese.wordpress.com

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