V wie Verspannungen, verkürzte Muskeln, Vollbelastung, Vertrauen – und Verbene

So wichtig wie die bei vielen möglichen Krankheiten gepredigte – und vielleicht manchmal überflüssige – Vorsorge ist bei Hüft-Patienten die Nachsorge. Ein halbes Jahr nach der 2. Hüft-OP und ein knappes Jahr nach der 1. Hüft-OP habe ich bei meinem Orthopäden meine Titanhüften röntgen lassen – und ein Termin bei meinem Operateur steht auch an. Es ist alles im grünen Bereich, auch wenn es manchmal noch zwickt. Aber wenn man vom Fachmann hört, dass es nur die Sehnen und Muskeln sind, ist man irgendwie doch beruhigter. Da gibt es auch jetzt noch Ver-Spannungen, die gedehnt werden müssen. Immer diese Dehnübungen, denke ich – und mache sie dann brav. Wahrscheinlich macht man in seinem Leben wirklich zu wenig „Stretching“, wie es im Fitness-Jargon heißt. Schließlich sitzen wir meistens und bekommen damit verkürzte Muskeln an unserem Gehapparat.

Mein Personal Trainer hat mich neulich auf die Rolle geschoben, will sagen auf eine Schaumstoffrolle zur Selbstmassage bzw. Beseitigung von Muskelverspannungen. Man rollt darüber auf der Wirbelsäule oder seitlich an den Oberschenkeln und Waden entlang. Da habe ich an einigen Stellen ganz schön geächzt. Und genau an diesen Stellen soll man länger ausharren – ein kleiner Sadist wohnt wohl in jedem Fitness Trainer! Trotzdem überlege ich mir, ob ich mir so ein Ding zulege. Da kann ich es zu Hause ja mal etwas sanfter ausprobieren.

Ein anderes Fitness-Programm war gerade wieder eine Woche lang unser Gasthund. 40 Minuten über die Felder – mit und ohne Nordic Walking-Stöcke – und das durchaus mehrmals am Tag. Schön ist es, dabei nicht mehr vorsichtig sein zu müssen. Kein Schritt tut mehr weh. Und das kann ich jedem Hüft-Arthrose-Patienten sagen: Nach der OP geht es buchstäblich nur noch vorwärts!

Selbstfotografie beim Nordic Walking

Viel diskutiert wird im Zusammenhang mit Hüft-OP`s stets das Thema Vollbelastung,  bzw. der Zeitplan, ab wann man das operierte Gelenk wieder voll belasten kann. Das ist offensichtlich von Operateur zu Operateur verschieden. Prof. Dr. Werner Plötz, Chefarzt der Orthopädie im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in München, scheint der Schnellste zu sein. Das heißt, er plädiert dafür, dass der Patient „das operierte Bein fast immer nach der Operation schmerzorientiert voll belasten“ darf (s. www.barmherzige-muenchen.de). Tatsächlich hatte ich in meiner Reha in der Fachklinik St. Hubertus in Bad Wiessee einen ca. 40-jährigen Mann, dem Dr. Plötz beide Hüften auf einmal operiert hat, und der nach wenigen Tagen am Tegernsee schon ohne Krücken herumlief! Wir waren alle total verblüfft – und hörten, dass dies in den USA durchaus öfter gemacht wird.

Mein Operateur Dr. Jürgen Radke plädiert dagegen strikt für eine sechswöchige Teilbelastung (www.ortho-m.de). Mein Fazit daraus: Vertrauen ist wichtig. Vertrauen in den Operateur, den man sich nach intensiven Recherchen, auch in Blogs wie diesen, ausgesucht hat. Vernetzung macht es möglich, dass man heute besser informiert ist und damit vorbereitet auf die Zeit vor der OP und nachher.

Zum Abschluss noch etwas Kulinarisches. Ich habe ja schon darüber geschrieben, dass ich mich im Krankenhaus als Vegetarierin angemeldet habe, um möglichst wenig billiges Fleisch mit Soße essen zu müssen. Generell bin ich der Meinung, dass man seinen Fleischkonsum unbedingt einschränken sollte. Wenn man sich nur ein bisschen über Massentierhaltung informiert, wird man unwillkürlich mehr als nachdenklich – und ändert hoffentlich sein Konsumverhalten entsprechend. Noch konsequentere Menschen ernähren sich vegan, wie der 28-jährige Sohn meiner Freundin, die gerade ein Kochbuch über vegane Küche schreibt. Er selbst schreibt einen lesenswerten Blog derlernendeveganer.blogspot.com. Und wem das zuviel des Guten ist, dem empfehle ich zur Entspannung einen viel zu selten getrunkenen Verbenen-Tee. Zitronenverbene lässt sich prima im Garten anpflanzen und dann als Guten-Abend-Tee genießen. In Frankreich heißt er Verveine und wird serviert, wenn die Gäste nach einem langen Essen höflich zum Gehen aufgefordert werden sollen. Charmanter kann man das nicht sagen!

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Fitness, Hüfte, Kulinarisches, Sport abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s