Erinnerungen: Vor drei Jahren war meine erste Hüft-OP

Genau vor drei Jahren hatte ich es hinter mir! Am 24. Mai 2011 war meine Hüft-OP rechts. Ich weiß noch, wie ich nach der Vollnarkose aufgewacht bin und unendlich erleichtert war: Es ist vollbracht, nun kann es nur aufwärts gehen! Die erste Nacht war noch etwas stressig, weil meine Mitpatientin (Schulter!) mich absolut nicht schlafen ließ (Schmerzen & Schnarchen!). Da habe ich kurzerhand die Nachtschwester herbeigerufen und um ein Einzelzimmer gebeten. Sie hat mich dann netterweise in ein freies Zimmer geschoben, das zwar noch nicht geputzt war, aber das war mir egal. Schmerzmittel halfen mir dann in den Schlaf.

Am nächsten Tag wurde die Schulter-Patientin entlassen und ich war einen Tag und eine Nacht für mich, bis meine nette Mit-Hüft-Patientin Christine meine Bettnachbarin wurde. Täglich ging es bergauf. Schon am ersten Tag musste ich mich hinstellen mit einem Gestell als Stütze und im Liegen auf dem Rücken die ersten Mobilisationsübungen machen. Dann kamen die Krücken (nein, Gehhilfen), die erste wohltuende Dusche, die Physio-Übungen im Krankenhaus, die täglichen Spaziergänge durch die Flure, zur Cafeteria und in den Park des Münchner Rotkreuzkrankenhauses (eigentlich verboten). Täglich kam mein lieber Mann, und ganz viele liebe Freunde besuchten mich; sie tranken mit mir Kaffee, brachten mir Eis vom nahen Rotkreuzplatz (unschlagbar das Eis von Sarcletti!) oder schenkten mir wunderbare Bücher. Unsere „Ersatzkinder“ von unseren Freunden, mit denen wir das Haus in den Marken zusammen haben, brachten mir sogar ein Geige-Cello-Ständchen am Bett! An dieser Stelle sei allen Menschen gesagt, die Freunde im Krankenhaus haben: Besucht sie! Das vergisst man nie.

Morgenspaziergang mit Gast-Hund Arancio

Morgenspaziergang mit Gast-Hund Arancio

Heute, 25. Mai 2014, bin ich früh morgens mit unserem Gast-Hund Arancio bei herrlichem Frühlingswetter über die Felder spaziert und habe mich wieder dermaßen über meine Beweglichkeit gefreut! Wie jeder weiß, der diesen Blog liest oder unser Buch „Mut zur neuen Hüfte!“ gelesen hat, brauchte ich ja dann noch eine zweite Hüfte, aber diese Zeit, dieses OP-Jahr 2011 war ein ganz wichtiges, Weichen stellendes für mich: Ich fing mit diesem Blog an, traf meinen Mitautor Peter Herrchen über das Internet und begann vor zwei Jahren die Arbeit an unserem Mutmach-Ratgeber. Seitdem haben wir beide vielen Menschen in Gesprächen, per e-mail oder via Buch Mut gemacht, diesen Schritt nicht zu lange hinauszuzögern. Denn das „bewegte Leben“ hinterher ist wunderschön! Es erfüllt mich auch ein bisschen mit Stolz, dass wir etwas Sinnvolles in die Welt gesetzt haben. Jede Buch-Bestellung, jede begeisterte Amazon-Rezension, jede Dankes-e-mail freut mich.

Heute machen wir noch einen langen Hunde-Spaziergang zum Europa-Wahllokal und morgen ist wieder „Golf & Bridge“ angesagt – u. a. mit Trainer Mark Temblett, der auch eine künstliche Hüfte hat! Übermorgen ist Bürotag, und wenn möglich fahre ich mit dem Fahrrad dorthin. Jeden Tag habe ich Lust auf Bewegung.

Pro Mark Temblett, der seit Jahren mit künstlicher Hüfte Golf spielt, beim Training auf dem Eichenrieder Putting Grün

Pro Mark Temblett, der seit Jahren mit künstlicher Hüfte Golf spielt, beim Training auf dem Eichenrieder Putting Grün

Natürlich verfolge ich alle Berichte über Hüft-OPs mit Aufmerksamkeit: Boris Becker hat sich vor zwei Monaten zwei neue Hüftgelenke implantieren lassen und hat der Presse bekanntgegeben, dass es seinen Hüften gut geht. Es sei ihm von Herzen gegönnt. Denn wer ihn in jüngster Zeit hat gehen sehen, wie ich vor einem Jahr in unserem Golfclub München Eichenried, der konnte ihn nur bemitleiden. Ganz zu schweigen von seinem immer mehr in die Breite gehenden Gesicht (wg. Cortison?) und Körper. Auch Action-Star Jean-Claude van Damme hat seit dem Frühjahr 2013 eine künstliche Hüfte – und soll damit auch wieder Karate & Co. ausüben können.

Zum Abschluss noch eine gute Nachricht: Die Haltbarkeit der Hüft- und Knie-Implantate wird immer länger. Heute geht man von 25 Jahren aus. Denn die Ansprüche an Lebensdauer und Belastbarkeit steigen ständig, die Firmen arbeiten an neuen Materialien und Techniken. In der SZ vom 14. Mai lautete eine Überschrift: „Heilkraft aus dem 3-D-Drucker“. Forscher an der Uni Würzburg wollen nachwachsenden Knorpel erschaffen, um den Millionen Menschen zu helfen, die unter Arthrose leiden. Dr. Jürgen Groll vom Würzburger Lehrstuhl für Funktionswerkstoffe in der Medizin dazu: „Wir arbeiten mit dreidimensionalen Netzwerken aus Kunststoffen, in die wir Stammzellen einlagern, die an einer anderen Körperstelle entnommen wurden. Dies soll den Organismus anregen, das Ersatzteil selbst zu produzieren, also eigenes Gewebe herzustellen. Erste Ansätze sind Erfolg versprechend.“

Orphan Black-Serien-Entdeckung Tatiana Maslany

Orphan Black-Serien-Entdeckung Tatiana Maslany

Ich glaube, wir können uns heute noch gar nicht vorstellen, was in 20 Jahren möglich ist. Dazu passt auch meine neue Lieblingsserie „Orphan Black“, jeden Freitag um 22 Uhr eine Doppelfolge auf ZDFneo. In dieser kanadischen Science-Fiction-Serie geht es um weibliche Klone – mit der grandiosen Schauspielerin Tatiana Maslany in sieben verschiedenen Rollen. Unbedingt anschauen!

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