A wie AMIS-Zugang, Anzahl der Hüft-OPs und Action mit smovey

Eigentlich wollte ich mit B weitermachen, aber nun kam AMIS dazwischen. Was das ist? Ein Hüft-OP-Zugang, den es schon lange gibt, der sich aber nun eine griffige Abkürzung zugelegt hat. Das ist natürlich besser fürs Marketing. Die Buchstaben stehen für „Anterior Minimal Invasive Surgery“, übersetzt minimal-invasive Operation von vorn. Gefragt hat uns nach den Vor- und Nachteilen dieser Methode ein Patient, der in unserem Buch „Mut zum neuen Knie!“ vorkommt und nun auch eine Hüft-OP vor sich hat.

Mein Mitautor Peter Herrchen und ich kannten niemanden, der so operiert worden ist und fragten daher lieber den Arzt unseres Vertrauens, Dr. Christian Fulghum, Chefarzt der endogap-Klinik in Garmisch-Partenkirchen. Seine Antwort kam wie immer prompt – danke sehr dafür! Seine ausführliche Antwort ist auch nachzulesen in der Rubrik „Dr. Tep rät“ auf unserer Bücher-Homepage. Über die Facebook-Seite von Peter (ich bin ja Facebook-Verweigerin) meldeten sich außerdem tatsächlich einige Betroffene. Hier zusammengefasst, was es dazu zu sagen gibt.

Basis-Info: Um eine Verletzung der für die Bewegung des Hüftgelenks wichtigen Muskulatur zu umgehen, erfolgt der Zugang durch eine natürliche Muskelspalte im vorderen Bereich des Oberschenkels. Dadurch kann im Gegensatz zu den herkömmlichen Operationsmethoden im Rahmen des Eingriffs auf die Ablösung bzw. Durchtrennung von Muskelgewebe vollständig verzichtet werden.

Dr. Fulghums Meinung zusammengefasst: AMIS ist eine sehr gute Methode, wenn sie beherrscht wird. Es gibt bei keinem der insgesamt fünf üblichen Zugangswege nur Vorteile, denn es kommt immer auf die Erfahrung des Operateurs an und den individuellen Patienten. Nachteil bei AMIS: Bei Komplikationen ist der Zugang nicht erweiterbar – im Gegensatz zu den seitlichen und hinteren Zugängen. U. a. deshalb hat sich AMIS bislang nicht wirklich durchgesetzt. Vorteil: Innerhalb der ersten sechs Wochen läuft die Rehabilitation etwas schneller. Nach drei Monaten sind absolut keine Unterschiede mehr nachweisbar.

Die Patientin Elfriede B ist begeistert von AMIS und schreibt u. a.: „Mir geht es prima. Ich habe 6 Monate nach der OP wieder mit regelmäßigem Tennistraining angefangen, außerdem mache ich Yoga und gehe zu den Kursen ins Fitness-Studio. Ich bin sehr glücklich über die OP, mein normaler Orthopädie meinte auch, das ist sehr gut geworden. Trotzdem bin ich natürlich noch vorsichtig und höre immer in meinen Körper hinein, da ich auch nicht genau weiß, wie viel ich mir zumuten kann. Alle 14 Tage leiste ich mir eine Sitzung Alexandertechnik und gelegentlich gehe ich noch zur Manuellen Therapie. Was die AMIS-Methode betrifft, so halte ich sie nach wie vor für die (zumindest für mich) beste Methode. Bei AMIS werden keine Muskeln traumatisiert, insbesondere nicht die meist schon schwachen Abduktoren und die dorsale Muskulatur.“

Operationszahlen in Deutschland doch nicht so hoch!

In der Süddeutschen Zeitung vom 26. Februar fand sich auf Seite 6 ein interessanter Artikel, der die allgemeine Meinung, in Deutschland würde zuviel operiert, deutlich relativiert. Ich habe an dieser Stelle ja schon mehrmals gesagt, dass mir in meiner gesamten Hüft-Laufbahn noch nie ein Arzt untergekommen ist bzw. ist mir noch nie von einem erzählt worden, der seine Patienten zur Hüft-OP gedrängt hätte. Im Gegenteil!!! Tatsächlich gibt es nun eine neue Studie, die an den bisherigen Statistiken die nicht berücksichtigte Altersstruktur der Länder bemängelt. Zieht man nämlich diese heran, steht Deutschland bei den Hüft-OPs nicht mehr an Nummer zwei in der Welt, sondern auf dem fünften Platz. Bei den Hüft-OPs lägen wir demnach nicht mehr nur hinter der Schweiz, sondern auch noch hinter Norwegen, Luxemburg und Österreich. Auch bei den Knie-OPs eine deutliche Verschiebung: In Australien und Belgien wird nach der neuen Studie öfter eine Knie-TEP eingesetzt als in der Bundesrepublik.

Hintergrund: Die Deutschen sind im Schnitt älter als die Einwohner vieler der insgesamt 34 OECD-Länder – und ältere Menschen brauchen nun mal mehr künstliche Hüft- und Kniegelenke. Unser Altersdurchschnitt: 44,3 Jahre. Nur die Japaner sind im Schnitt älter: 44,6 Jahre. Im Mittelfeld die Franzosen: 39,7 Jahre. Die Jüngsten sind die Mexikaner: 36,7 Jahre.

Sämtliche Muskeln aktivieren mit smovey Vibroswing

Damit wir Deutschen vielleicht noch älter, weil insgesamt fitter werden, haben unsere lieben österreichischen Nachbarn ein neues Fitnessgerät erfunden: smovey heißt es, Zusatz: Vibroswing. Schöner Untertitel: Health in your hands. Es handelt sich nämlich um zwei knallgrüne Ringe, die man in der Hand hält und damit Bewegungen macht. Natürlich sind es keine normalen Ringe. Darin verbergen sich vier Kugeln, die sich ebenfalls bewegen. Erfunden hat das der an Parkinson erkrankte Johann Salzwimmer, der etwas gesucht hat, um seine Muskeln auf Trab zu halten. Tatsächlich hat es der hervorragende Tennisspieler und Skifahrer geschafft, seinen Gesundheitszustand mit einem Minimum an Medikamenten zu stabilisieren.

Der Smovey-Erfinder mit seinen Fitness-Ringen.

Der Smovey-Erfinder Johann Salzwimmer mit seinen Fitness-Ringen.

Was das für Hüft-Patienten bringen soll: Spaß! Freude an der Bewegung! Denn tatsächlich werden mit dem Hin- und Herschwingen 97 Prozent der gesamten Muskulatur aktiviert und 100 Millionen Körperzellen vitalisiert. Wow. Smovey ist übrigens ein Kunstwort bestehend aus drei englischen Wörtern: swing, move – und das „y“ kommt von smiley. Schwingende Bewegung mit einem Lächeln, klingt vielversprechend!

Kennengelernt habe ich smovey im Kurz-Skiurlaub in Waidring, Tirol. Die Chefin des Hotels Waidringer Hof, mit dem schönen Zusatznamen „Glückshotel“, schwört darauf und hat mich überzeugt. Nun will ich das bei meinen Golf & Bridge-Damen im Golfclub München Eichenried einführen. Sie wissen nur noch nichts von ihrem Glück… Auf jeden Fall kommen die grünen Dinger über Ostern mit nach Italien – für action on the beach! Denn der Film auf der smovey-Homepage mit am Strand hüpfenden und „rudernden“ Menschen hat mir Lust auf den Eigenversuch gemacht. Ich bin gespannt, ob die Italiener die blonde Deutsche für verrückt halten oder ob sie neugierig werden: Che cosa fai, bella?

Smovey

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