Fitness-Offensive und Piriformis muckt

Wollen Sie 10 Jahre jünger aussehen? Ja klar, wer will das nicht? Dieser Slogan auf Facebook hat mich bewogen, doch wieder mal ein Fitness-Studio zu betreten. Hintergrund: Nach meinen beiden Hüft-Rehas hatte ich eigentlich von Training an Geräten genug und habe meine Übungen lieber zu Hause gemacht. D. h. jeden Morgen 10 bis 15 Minuten auf der Matte meine Fünf Tibeter plus Qi Gong-Übungen plus Dehn- und Kräftigungsübungen aus der Hüft-Reha. Dazu nach Lust und Laune ein bisschen Schwingen auf dem Bellicon-Trampolin, ein bisschen Blackroll, wenn das Knie zwickt, Ergometer-Training im Winter, im Sommer ca. zwei Mal Golf in der Woche. Eigentlich fühle ich mich fit. Eigentlich….

Das Training im Life-Fitness-Zirkel erinnert mich sehr an meine Reha-Zeit.

Das Training im Life-Fitness-Zirkel erinnert mich sehr an meine Reha-Zeit.

Der Eingangstest im Aktivhaus Freising sagt allerdings etwas anderes: Es mangelt mir an Beweglichkeit, vor allem in der Brustwirbelsäule. Ein gängiges Problem bei schreibenden Menschen, die viel am Bildschirm sitzen. Na gut, also fünf Wochen lang Teilnahme am Programm „Deutschland bewegt sich!“. Erste Hürde: Ich sollte mindestens zwei Mal pro Woche zum Training kommen. Leider schaffe ich das zeitlich höchstens einmal pro Woche, auch, weil ich zum Studio 25 Minuten fahren muss. Fazit: Ich suche mir ein Studio in der Nähe. Erste Bilanz: Gruppenkurse wie Stretch & Faszien bei Elvira oder Eva machen mir Spaß, Zirkeltraining an Geräten finde ich langweilig, Aufwärmen auf dem Crosstrainer auch, aber das muss natürlich sein. Die Lösung wäre eine Zehnerkarte, die ich flexibel zum Besuch der Kurse nutzen könnte. Vorteil: Auch andere Menschen um mich herum stöhnen und ächzen, das hilft!

Zweiter Anlauf: Mrs. Sporty in Erding. Dieses kleine Studio nur für Frauen liegt fünf Minuten von mir entfernt, ich könnte auch hinradeln. Großer Vorteil!

Personal Trainer sind bei Mrs. Sporty auf dem Bildschirm und live dabei.

Personal Trainer sind bei Mrs. Sporty auf dem Bildschirm und live dabei.

Zielgruppe ist hier 50 plus, wunderbar. Das sympathisch geführte Center hat 7 Tage durchgehend von 6 bis 22 Uhr geöffnet. Ideal! Nachteil: keine Gruppenkurse, aber doch nette gleichgesinnte Frauen, die auch neben mir ächzen und stöhnen. Es ist immer eine Trainerin dabei, auch eine, die in Reha-Gesundheit geschult ist. Grundpfeiler: vier Stationen jeweils vor mannshohen Smartphone-Bildschirmen, auf denen mir eine nette virtuelle Dame vorturnt, mich anleitet, korrigiert oder mit einem Smiley lobt! Da kommt man ins Schwitzen. Dazwischen vier Stationen mit eher koordinativen Übungen, bei denen sich der Puls sich wieder beruhigen kann. Zum Schluss Dehnübungen. Funktionelles Training, das sämtliche Muskelketten anspricht, und das alles in nur 30 Minuten plus Dehnzeit! Das genügt zwei Mal pro Woche. Herrlich unkompliziert und effektiv.

Grundsätzlich geht es mir darum, bis ins hohe Alter beweglich und fit zu bleiben. Glücklicherweise habe ich keine Gewichtsprobleme. Sicher auch, weil ich mich sehr gern bewege und mir eine gute Ernährung wichtig ist. Seit einiger Zeit verzichte ich mehrheitlich auf Wurst und Fleisch, weil mein lieber Mann Gicht hat und das meiden soll. Es tut meinem Energielevel ungeheuer gut, zumal wir beide sehr gern Pasta in jeder Form essen – und Kuchen! Und natürlich erstklassiges Olivenöl, wo immer es geht! Schließlich haben wir eine Olivenölschule, in der ich sogar zeige, wie man mit Olivenöl backen kann und somit tierisches Fett spart.

Ein weiterer Grund, mal wieder mehr als das Übliche zu tun, ist mein Piriformis. Dieser für uns Hüft-TEPler so wichtige Muskel im Gesäß ist oft zu sehr angespannt und beeinflusst somit die Oberschenkelmuskeln, vor allem den gluteus medius.

Schonschwung mit ausgestelltem linken Fuß, damit der gluteus nicht schmerzt.

Schonschwung mit ausgestelltem linken Fuß, damit der gluteus nicht schmerzt.

Vor allem bei der Hüft-Rotation nach links, wie man sie als Rechtshänder beim Golf-Abschlag ausführt, tut mir dieser Muskel über dem Rollhügel (Trochanter major) weh. Nun habe ich also sechs Mal Manualtherapie, um diesen Piriformis wieder zu lockern. Und ich habe aus Sorge sechs Jahre nach meinen Hüft-OPs mal wieder eine Röntgen-Kontrolle machen lassen. Es ist alles in Ordnung mit meinen Titanhüften, also ist es ein muskuläres Problem. Was aber war der Auslöser für meine Beschwerden? Ich glaube, es war der Tennisball unter meiner Pobacke, auf den wir uns im Gruppenkurs mit schmerzverzerrtem Gesicht legen sollten. Noch ein Grund mehr, doch lieber zu Mrs. Sporty zu gehen. Aber erst im Herbst, nach der Golfsaison!

PS: Lustiger Lese-Tipp zum Thema ist der Frauenroman „Mein Gott, Wanda“ von Ulrike Herwig. Da muss sich die Titelheldin, ihres Zeichens 60 plus, um das Fitness-Studio „Herkules“ ihres verunglückten und unglücklich agierenden Sohnes kümmern und gibt dem Ganzen mit Frauen und Männern ihrer Altersklasse wieder neuen Schwung!

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