Von der Facebook-Gruppe zum realen Treffen

Nachbericht zum 1. TEPFIT-Gesundheitsworkshop mit 40 künstlichen Hüften auf Schloss Aufhausen bei Erding

Direkter und umfangreicher geht Patientenaustausch zum Thema künstliches Hüft- und Kniegelenk kaum: Die über 1.000 Mitglieder der geschlossenen TEPFIT-Facebook-Gruppe helfen sich als Direkt-Betroffene zu jeder Tages- und Nachtzeit gegenseitig. Mit ihren Tipps und Erfahrungen sind sie längst ein wichtiger Ratgeber-Faktor vor und nach der Hüft- oder Knie-OP geworden.

Geschätzte 40 künstliche Hüften im Rittersaal von Schloss Aufhausen!

Geschätzte 40 künstliche Hüften im Rittersaal von Schloss Aufhausen!

Was liegt da näher, als dem Wunsch nach einem realen Treffen nachzukommen: 27 Teilnehmer mit geschätzten 40 künstlichen Hüften reisten dann auch zum 1. TEPFIT-Gesundheitsworkshop am 19. November 2016 auf Schloss Aufhausen bei Erding, wo ein abwechslungsreiches Programm ihnen viele nützliche Erkenntnisse lieferte.

Zwei Teilnehmern steht die Hüft-OP (möglicherweise) noch bevor, die anderen genießen längst ihre schmerzfreie Beweglichkeit und ihre wiedergewonnene Lebensqualität. Insgesamt sind alle achtsamer mit ihrem Körper geworden und lauschten dementsprechend fasziniert den Ausführungen von Dr. Christian Fulghum, Chefarzt der endogap-Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen, u. a. zur Haltbarkeit der verschiedenen Modelle (u. a. Kurz- und Langschaft) und zur Praktikabilität der unterschiedlichen OP-Techniken (Stichwort: Amis-Methode).

Ein Operateur, der keine Fragen offen lässt: Dr. Christian Fulghum

Ein Operateur, der keine Fragen offen lässt: Dr. Christian Fulghum

Geduldig beantwortete er Fragen und zollte der Facebook-Gruppe höchstes Lob: „Manchmal möchte ich gerade einen Kommentar zu einer Frage eingeben, da hat schon jemand kompetent geantwortet, so dass sich das von selbst erledigt. Vorbildlich!“

Cross Shaping, Alexander-Technik und Fascial Training

Der zweite Referent Dr. Georg Kaupe, Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin aus Bonn, hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für gesunde Ernährung und tägliche Bewegung. Nach dem Motto des Tages „Fit mit künstlichen Gelenken“ probierten die Teilnehmer denn auch gleich seine Erfindung, den Cross Shaper, aus – eine Abwandlung des Nordic Walkings mit Armstützen und Rädern an den Stöcken.

Alexander-Technik-Lehrerin Monika Krämer demonstriert "richtiges" Sitzen.

Alexander-Technik-Lehrerin Monika Krämer demonstriert „richtiges“ Sitzen.

Etwas ruhiger ging es dann bei der Demonstration der leider eher unbekannten Alexander-Technik zu, deren Ziel es ist, Achtsamkeit für die körperliche Balance bei Alltagsbewegungen zu schulen. Die Münchner Alexander Technik-Lehrerin Monika Krämer zeigte u. a. „richtiges“ Sitzen, Hinsetzen und Aufstehen. Verblüffende Erkenntnis: Man bemüht eigentlich immer zu viele und oft die falschen Muskeln!

Fascial Trainer Andrea Hiemeyer forderte den Teilnehmern viel Mut zur Beweglichkeit ab.

Fascial Trainer Andrea Hiemeyer forderte den Teilnehmern viel Mut zur Beweglichkeit ab.

Zum Schluss forderte der 26-jährige Münchner Fascial Trainer Andreas Hiemeyer noch einmal die Beweglichkeit der Teilnehmer: Auf Yoga-Matten wurden die Muskeln und Faszien aktiviert und gedehnt – mit Hilfe von Blackroll, Mini-Roll, Rubber Band und/oder Golfball! Da waren etliche Ächz- und Stöhnlaute zu hören, und einige merkten, dass sie durchaus noch mehr tun können für ihre Beweglichkeit.

Fazit der Gruppe: Es war ein toller und erfrischender Austausch, der unbedingt wiederholt werden sollte! Stellvertretend für alle hier das Lob von Susanne S.: „Es war sehr schön, informativ, nett, herzlich und noch gaaanz viel mehr. Ich möchte ja keinen unter Druck setzen, aber ich freu mich schon auf das nächste Treffen.“

Die fleißigen Admins der TEPFIT-Facebook-Gruppe: Therese Schreiber, links, Peter Herrchen und Ulrike Steyer

Die fleißigen Admins der TEPFIT-Facebook-Gruppe: Therese Schreiber, links, Peter Herrchen und Ulrike Steyer

Die Organisatoren des Treffens, Heidi Rauch und Peter Herrchen, Autoren der Mutmach-Ratgeber „Mut zur neuen Hüfte!“ und Mut zum neuen Knie!“, ziehen zusammen mit den engagierten Facebook-Administratoren Ulrike Steyer und Therese Schreiber aus der Schweiz ein durchweg positives Feedback: „Ein Operateur zum Anfassen wie Dr. Fulghum, ein kompetenter Orthopäde, eine einfühlsame Bewegungsspezialistin, ein mitreißender Personal Trainer und 27 zufriedene Teilnehmer – das beglückt und motiviert uns für weitere Aktivitäten!“

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TEPFIT-Treffen am 19. November auf Schloss Aufhausen bei Erding

Kurz nach unserem kulinarischen Olivenöl-Erntedankfest auf Schloss Aufhausen (Sonntag, 13. November) geht es gleich weiter mit den Events im schönen Rittersaal: Über 30 TEPFitler treffen sich bei Erding von Freitag, 18., bis Sonntag, 20. November. Hüft- und Knie-Patienten von Jahrgang 1951 bis 1973 treffen sich zu einem hochkarätigen Gesundheitsworkshop. Kurzentschlossene können sich gern noch melden! So eine Möglichkeit zum Austausch unter Betroffenen bietet sich ja nur ganz selten. Einige haben ihre OP schon länger hinter sich, andere haben ihre künstlichen Gelenke erst in diesem Jahr bekommen. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie sich über ihre wiedergewonnene Beweglichkeit riesig freuen – und ihre Erfahrungen gern weitergeben, ob in der geschlossenen TEPFIT-Facebook-Gruppe oder persönlich.

Das Programm beginnt mit einer anspruchsvollen Übung am Freitagbend: 260 Stufen sind bei der Führung durch die Erdinger Weißbier-Brauerei zu bewältigen! Belohnung danach: bayerische Brotzeit, natürlich mit den Weißbräu-Spezialitäten.

Am Samstag, 19. 11., kommt gleich als Erster einer der wichtigsten Operateure Deutschlands: Dr. Christian Fulghum, Chefarzt der endogap-Klinik für Gelenkersatz in Garmisch-Partenkirchen. Er referiert u. a. über Austausch-OPs und steht gern für sämtliche Fragen zur Verfügung. So auch Orthopäde und Sportmediziner Dr. Georg Kaupe. Er ist der Erfinder einer neuen Outdoor-Sportart, des Cross-Shapings, einer neuen Form des Powerwalkings. Ich bin selber schon sehr gespannt darauf, welche Sportarten in welcher Intensität er den TEP-Trägern empfiehlt.

Bewegung geht überall! Hier meine Yoga-Freundin Stefanie am Strand von Cupra Marittima.

Bewegung geht überall! Hier meine Yoga-Freundin Stefanie am Strand von Cupra Marittima.

Nach einer Mittagspause beim Schloss-Italiener Le Brace geht es mit Fascial Training unter Anleitung von Personal Trainerin Katharina Schaps weiter. Da verwandelt sich der Rittersaal in ein Matten-Meer (bitte Yoga- oder Gymnastik-Matten mitbringen, wenn vorhanden). Und schließlich geht der Tag entspannt mit Alexander-Technik zu Ende. Monika Krämer zeigt, wie wichtig das Bewusstsein für die richtigen Alltagsbewegungen ist. Der Abend klingt im indischen Restaurant Taj in Erding aus. Und alle, die in Erding übernachten, werden am Sonntag sicher noch Europas größte Therme genießen. Wir freuen uns schon riesig auf dieses Wochenende. Natürlich nehmen auch mein Mitautor Peter Herrchen und die FB-Admins Ulrike Steyer aus Berlin und Therese Schreiber aus der Schweiz daran teil.

Ach ja, und als Energiespender gibt es u. a. unseren Olivenblätter-Tee aus unserer Zweitheimat, den gerade von Erdbeben so geplagten Marken. Kaffeetrinker kommen mit echtem italienischen Espresso, den wir von einer örtlichen Kaffeerösterei mitbringen, natürlich ebenfalls auf ihre Kosten! Wer nun noch Lust bekommen hat, dabei zu sein, der melde sich einfach bei autoren@mut-zur-neuen-huefte.de. Denn der Auslöser für all unsere Aktivitäten sind natürlich unsere Mutmach-Ratgeber „Mut zur neuen Hüfte!“ und „Mut zum neuen Knie!“

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern einen bewegungsfreudigen Herbst und Winter!

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Orthopädie-Kongress in Berlin – Kostenloser Arthrose-Patiententag 27. Oktober

Vom 25. bis 28. Oktober 2016 findet in meiner Heimatstadt Berlin der Deutsche Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie, kurz DKOU, statt (Messegelände Süd). Ich bin im Presseverteiler und gebe hier gern einige interessante Informationen weiter. Eine trägt den Titel „Endoprothetik-Patienten in Deutschland sehr gut versorgt / Dennoch gilt: Gelenkerhalt vor Gelenkersatz“ und nennt als Quelle das in diesem Jahr erschienene „Weißbuch Gelenkersatz – Versorgungssituation bei endoprothetischen Hüft- und Knieoperationen in Deutschland“ (Springer Verlag).

Ich zitiere hier auszugsweise: „Die Behandlungsqualität des Hüft- und Kniegelenkersatzes hat in Deutschland ein hohes Niveau erreicht. Die Implantationszahlen waren in den letzten Jahren stabil, werden aber aufgrund des demographischen Wandels künftig ansteigen. Das zeigen aktuelle Daten aus dem soeben erschienenen „Weißbuch Gelenkersatz“. Darin wird deutlich, dass der Gelenkersatz zu den erfolgreichsten chirurgischen Eingriffen gehört: 90 Prozent aller künstlichen Hüft- und Kniegelenke halten länger als 15 Jahre und verhelfen Menschen mit Arthrose zu mehr Lebensqualität. Nach Empfehlung der Experten sollen Endoprothesen jedoch erst zum Einsatz kommen, wenn ein Gelenk wirklich nicht mehr erhalten werden kann. (…)

Rund 370.000 Menschen in Deutschland haben im Jahr 2014 ein neues Hüft- oder Kniegelenk erhalten. (…)  Wie lange ein Kunstgelenk hält, hängt von mehreren Faktoren ab – etwa vom Krankheitsbild des Patienten, den Begleiterkrankungen und der Beanspruchung, aber auch von der Operationstechnik und den Materialien des Implantats. „Für das bestmögliche Ergebnis sollten Patienten ein zertifiziertes Endoprothesenzentrum aufsuchen“, empfiehlt Professor Dr. med. Heiko Reichel, Ärztlicher Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik Ulm am RKU und Kongresspräsident den DKOU 2016. „Diese arbeiten nach höchsten Standards und Qualitätsvorgaben der wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaften, minimieren so das Risiko für Komplikationen und melden ihre Ergebnisse an das Endoprothesenregister Deutschland EPRD.“

Interessant für Betroffene ist am ehesten der Patiententag am 27. Oktober (18-20.30 Uhr im Großen Saal, Eintritt frei). Es handelt sich um den 8. Arthrosetag unter dem Titel „Schmerzen in den Gelenken“. Infos: http://www.dkou.org. 

Mal müssen die Muskeln auch ausruhen...

Mal müssen die Muskeln auch ausruhen…

Ende August bereits fanden die „Alpbacher Gesundheitsgespräche“ in Tirol statt. Dort machte ein finnischer Orthopäde seinem Ärger Luft (Zitat aus der SZ vom 26. 8. 2016) und sagte, dass er es satt habe, wenn jede Krankheit zur Geschäftsidee wird, und statt Aufklärung nur Lobbyismus blüht. Den Patienten werde immer noch jeder Unsinn angedreht, unnütze Knie-Spiegelungen boomen beispielsweise weiter. „Sie denken vermutlich, dass ich ein wenig frustriert bin“, sagte der Arzt aus Finnland. „Aber das stimmt nicht. Ich bin sehr frustriert.“ Auf die Frage, was er dagegen mache, antwortete er mit einem traditionellen Rezept aus seiner Heimat: „Ich trinke“.

Dies sei an dieser Stelle nicht zur Nachahmung empfohlen. Wohl aber empfehle ich eine gesunde Skepsis und zum wiederholten Mal an dieser Stelle das Einholen einer Zweitmeinung, am besten eines nicht operierenden Orthopäden.

Doppel-Titanhüften-Barfuß-Strandspaziergang am 1. Oktober 2016

Doppel-Titanhüften-Barfuß-Strandspaziergang am 1. Oktober 2016

Leser dieses Blogs können auch gern zu unserem eigenen Gesundheitsworkshop am 19. November auf Schloss Aufhausen bei Erding kommen. Eine e-mail an autoren@mut-zur-neuen-huefte.de genügt. Peter Herrchen oder ich mailen Ihnen gern das Programm und die Anmelde-Unterlagen zu. Es sind nur noch wenige Plätze frei. Wir walken zwar nicht barfuß am Strand, aber Cross Shaping (einer von vier Programmpunkten) werden wir bei schönem Wetter auch draußen.

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Zysten im Hüftgelenk und Kräftigung hilft bei Meniskusbeschwerden

In meinem Bekannten- und Freundeskreis bin ich längst zur Anlaufstelle für alle Hüft- und Knie-Probleme avanciert. Meist macht „Frau Doktor Rauch“ Mut, gibt Tipps aus eigener Erfahrung oder verweist auf unsere rege TEPFIT-Facebook-Gruppe, in der sich die Mitglieder erstaunlich oft wirklich gegenseitig helfen. Manchmal ist es „nur“ Zuspruch, oft aber auch durch langes Leid erworbenes Fachwissen, das man weitergeben kann.

Nun aber ist ein Problem an mich herangetragen worden, das ich sofort an unseren Fachmann Dr. Christian Fulghum, Chefarzt an der endogap-Klinik in Garmisch-Partenkirchen, weitergereicht habe: Zysten im Hüftgelenk, die seit 15 Jahren in unregelmäßigen Abständen Beschwerden verursachen, die für kurze Zeit auch wieder verschwinden können. Ich selbst hatte bei meinen OPs sogenannte Geröllzysten, die den Knochen bereits erheblich angegriffen hatten. Aber der Fall meiner einige Jahre jüngeren Bekannten liegt deutlich anders. Meine Frage beantwortete Dr. Fulghum, den man übrigens am 19. November bei unserem TEPFIT-Workshop in Erding persönlich treffen kann, folgendermaßen:

„Zysten im Hüftgelenk: Sind meist, wie bei Ihnen, Geröllzysten, als Zeichen der Überlastung des Knochens bei fehlendem Knorpelüberzug. In diesem Fall wohl eher Zysten im Sinne eines Ganglions, also eine Aussackung der Gelenkkapsel, mit gelartiger Flüssigkeit gefüllt. Die können auch vergehen oder sich „abreiben“. Gibt es auch z. B. am Handgelenk. Machen kann man da wenig, denn operativ entfernen ist nicht sinnvoll (weil sie immer wieder kommen) und konservativ hat man kaum eine Handhabe. Eine Spritzentherapie ist ebenfalls wenig Erfolg versprechend. Ursache vielschichtig, Arthrose/Bindegewebsschwäche/Reizerguss ….

Eine TEP wäre nur dann zu erwägen, wenn auch der Knorpel schwer angegriffen ist. Dazu müsste man das MRT ansehen. Sonst ist eine entzündungshemmende Therapie (NSAR, d. h. nichtsteroidale Antirheumatika, o. ä.) zu erwägen.“

Mehr Kraft fürs Knie

Dann hat mir meine liebe Mama etwas aus dem „Berliner Tagesspiegel“ zum Thema Meniskusschaden ausgeschnitten, weil sich das ja ein wenig bei mir anbahnt. In dieser Tageszeitung gibt es die sympathische Rubrik des Dr. Hartmut Wewetzer, der nach guten Nachrichten in der Medizin fahndet. In der Ausgabe vom 7. August 2016 heißt sein Thema: Meniskus ohne Operation behandeln, Überschrift: „Mehr Kraft fürs Knie“.

Die Chirurgin Nina Jullum Kise vom Martina-Hansens-Hospital im norwegischen Sandvika und ihr Team verglichen den Erfolg einer teilweisen Meniskus-Entfernung mit dem einer Übungstherapie. Die 140 Teilnehmer der Studie waren im Mittel knapp 50 Jahre alt, hatten einen rissigen Innenmeniskus, ansonsten keine großen Verschleißzeichen am Kniegelenk und seit mindestens zwei Monaten Beschwerden. Sie wurden entweder operiert oder bekamen ein 12-wöchiges Trainingsprogramm verordnet.

Zwischen beiden Gruppen – operiert oder nicht – waren nach zwei Jahren die Unterschiede minimal! Fazit auch einer anderen Studie: Schlüssellocheingriffe am verschlissenen Kniegelenk bringen nur vorübergehend geringe Vorteile. Also: Muskulatur stärken und OP vermeiden! 

Knietrainig Radltour - und danach Erfrischung in einem Gartenlokal.

Knietrainig Radltour – und danach Erfrischung in einem Gartenlokal.

Zum Schluss ein aufmunterndes Zitat aus dem wunderbaren Buch von André Heller „Das Buch vom Süden“. Da antwortet dem Kind und Ich-Erzähler Julian ein Graf auf die Frage nach dessen Befindlichkeit: „Mein Lieber, ich durchleide gerade das metallene Zeitalter: die Haare Silber, die Zähne Gold, die Füße Blei.“ Da dieses Zitat in den 50er Jahren fiel, wäre aktuell zu ergänzen: die Hüften aus Titan, aber ohne Leiden!

Meine aktuelle Parallel-Lektüre: sehr zu empfehlen!

Meine aktuelle Parallel-Lektüre: sehr zu empfehlen!

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S wie Sommer, Sonne, Schwimmen – und Vorfreude auf unseren TEPFit-Gesundheitsworkshop im November in Erding

Es ist Sommer und Erinnerungen werden wach. Im Mai vor fünf Jahren bekam ich meine erste Hüft-TEP, danach drei Wochen Reha – und dann im heißen Juli ab in unser gerade bezugsfertig gewordenes Zweitdomizil in Italien. Der Pool konnte eingeweiht werden! Zwar nur klein, acht kräftige Schwimmzüge und man ist durch, aber was für eine Wohltat! Nicht nur als Abkühlung, sondern als Hüft-Training. Schon in der Reha fühlen sich ja sämtliche Hüft-Patienten im Wasser wie neugeboren. Diese Leichtigkeit, dieses Gefühl, dass alles wieder möglich ist. Wunderbar!

Jeden Morgen drehe ich 10 Runden in unserem Pool und mache Übungen mit Pool-Noodle und Schwimmbrett.

Jeden Morgen drehe ich 10 Runden in unserem Pool und mache Übungen mit Pool-Noodle und Schwimmbrett.

Nun also der Luxus eines eigenen Beckens, das ich jeden Morgen nutzte (und immer noch nutze, sobald wir im Süden sind) – inklusive Pool-Noodle und Schwimmbrett. Die Übungen, bei denen man das Schwimmbrett auf den Boden des Beckens treten muss und mit dem operierten Bein dagegen zu drücken hat, mache ich noch heute gern. Was hatten wir für einen Spaß, wenn man mal wieder zu ungeschickt war und das verdammte Brett mit einem Plopp an die Oberfläche hüpfte. Klar, man hatte ja seine Muskeln noch nicht wieder voll im Griff. Aber wie schön ist das Paddeln mit den ausgestreckten Beinen, wenn der Nacken oder die Arme von der Noodle gehalten werden. Schwerelos gleitet man dahin und freut sich des Lebens!

Glücklich sind Peter Herrchen und ich übrigens auch immer wieder über die zahlreiche „Fanpost“ zu unseren Büchern, allen voran „Mut zur neuen Hüfte!“. Ein herzlicher Gruß an dieser Stelle nach Freiburg. Die Leserin weiß schon, wen ich meine. Unser Mutmach-Ratgeber ist vielen Betroffenen offensichtlich zum unverzichtbaren Begleiter geworden, und das macht uns schon ein bisschen stolz. Die geschlossene TEPFIT-Facebook-Gruppe, die Peter ins Leben gerufen hat und zusammen mit Ulrike Steyer und Therese Schreiber engagiert betreibt, ist inzwischen auf 800 Mitglieder angewachsen. Hier werden jeden Tag untereinander nützliche Informationen ausgetauscht, Mut zugesprochen, Lob und Freude geteilt. Selten mische ich mich ein, aber täglich schaue ich rein, um mitzubekommen, was die aktuell vor einer Hüft- oder Knie-OP Stehenden umtreibt. Groß geändert zu meiner Zeit vor fünf Jahren hat sich das nicht.

Peter Herrchen besucht mich im Erdinger Garten - 800 Meter Luftlinie von Schloss Aufhausen entfernt, wo am 19. November unser Gesundheitsworkshop stattfindet.

Peter Herrchen hat mich in unserem Erdinger Garten besucht – 800 Meter Luftlinie von Schloss Aufhausen entfernt, wo am 19. November der TEPFIT-Gesundheitsworkshop stattfinden wird.

Doch, ein Umstand verblüfft mich: Die Patienten werden immer jünger. So sind alle, die sich bislang zu unserem Gesundheitsworkshop vom 18. bis 21. November 2016 in Erding angemeldet haben, fast ausschließlich in den 70er Jahren geboren! Wir haben übrigens ein tolles Programm zusammengestellt: Dr. Christian Fulghum, der Chefarzt der endogap-Klinik in Garmisch-Partenkirchen kommt zu einem Vortrag und steht Rede und Antwort; die neue Walking-Variante Cross Shaping, stellt der Erfinder höchstpersönlich vor, Dr. Georg Kaupe, Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin; er kommt extra aus Bonn und macht die Teilnehmer ganz praktisch mit diesem Training bekannt; Monika Krämer, Alexander Technik-Lehrerin, vielen bekannt aus unserem Buch „Mut zum neuen Knie!“, führt in diese alltagstaugliche „Bewegungshilfe“ ein; und aus Ingolstadt kommt Personal Trainerin Katharina Schaps, die allen das so wichtige, weil stabilisierende Fascial Training zeigt. Es sind noch Plätze frei! Wir freuen uns über Anmeldungen an: autoren@mut-zur-neuen-huefte.de. Wir schicken dann auch das gesamte Programm zu – inklusive Führung durch die Erdinger Weißbier-Brauerei, Wellness in der Erdinger Therme, gemeinsamen Essen etc.

Bis dahin wünsche ich allen Lesern viel Sonne, damit die Bewegung an frischer Luft noch leichter fällt, viel Schwimmfreude (am besten früh morgens, wenn in den öffentlichen Schwimmbädern noch nicht so viel los ist ) – und einen überhaupt tollen Sommer! Kleiner Buchtipp zur Abkühlung: „Die Eismacher“ von Ernest van der Kwast. Danach schmeckt das gelato gleich noch einmal so gut!

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Mal ein paar Knie-Knorpel-Informationen – und TEPFIT-Treffen im November in Erding

Meine Beiträge an dieser Stelle werden immer rarer, ich weiß. Der Grund: Ich lebe wieder ganz „normal“, d. h. über meine Hüft-TEPs gibt es eigentlich nichts zu berichten. Ich freue mich an der schmerzfreien Bewegung und tue mit Gymnastik, Walken, Radfahren und Golf alles, damit es so bleibt. Ebenso freue ich mich, wenn ich von unseren Patienten aus den beiden Mutmach-Ratgebern „Mut zur neuen Hüfte!“ und „Mut zum neuen Knie!“ positive Rückmeldungen bekomme. So etwa von Andreas Meilhammer, der zur Entstehungszeit des Knie-Buchs gerade frisch operiert war und noch mit seiner Reha-Phase haderte. Heute, über zwei Jahre später, schreibt er mir: „Nein Golf spiele ich immer noch nicht, aber Snowboarden klappt super. Überhaupt muss man sagen, dass ich kaum Schwierigkeiten mit dem Knie habe, ein bisschen Wetterfühligkeit und manchmal muskuläre Probleme, aber das sind alles tatsächlich Kleinigkeiten.“

Reha-Programm mit Blackroll. Das Knie von Andreas hält inzwischen auch das Snowboarden wieder aus!

Reha-Programm mit Blackroll. Das Knie von Andreas hält inzwischen auch das Snowboarden wieder aus!

Beim Knorpelaufbau im Kniebereich tut sich übrigens auch medizinisch deutlich mehr als für die Hüfte. So stellte die Apotheken Umschau im April drei Verfahren des Knorpelaufbaus im Knie vor, mit denen Ärzte derzeit versuchen, Knorpeldefekte ohne künstliches Gelenk zu reparieren: Mikrofrakturierung, Mosaikplastik und Knorpelzelltransplantation. Allerdings ist die Studienlage hierzu noch ebenso dürftig wie bei dem Federsystem, das sich KineSpring-System nennt. Die minimalinvasiv eingesetzte Entlastungsfeder soll die Belastungen bei Knie-Arthrose reduzieren. Bei uns umstritten, aber in anderen Ländern durchaus mit Erfolg praktiziert, ist die Stammzellentherapie. Es lohnt sich in jedem Fall, den behandelnden Arzt auf mögliche Alternativen zur Totalendoprothese anzusprechen, vor allem, wenn die Arthrose noch nicht zu weit fortgeschritten ist.

Mein Mitautor Peter Herrchen und ich haben am Tegernsee die Idee eines Gesundheitsworkshops im Herbst geboren.

Mein Mitautor Peter Herrchen und ich haben am Tegernsee die Idee eines Gesundheitsworkshops vom 18. bis 20. November 2016  geboren.

Wer Interesse hat, dem sei an dieser Stelle gesagt, dass die geschlossene TEPFIT-Facebook-Gruppe gern Mitglieder aufnimmt und derzeit ein Treffen plant: Wir organisieren gerade in Erding (ganz in der Nähe der Erdinger Therme!) einen Gesundheitsworkshop mit vier Programmpunkten am Samstag, 19. November, nämlich Fascial Training, Cross Shaping, Vortrag von Dr. Christian Fulghum, endogap-Klinik Garmisch-Partenkirchen, und Alexandertechnik.  Dazu gibt es ein kleines Rahmenprogramm für alle diejenigen, die eine längere Anreise haben und übernachten. Wer Interesse hat, melde sich einfach per Mail an TEPFIT – Meeting 2016. Wir senden dann gern das Programm zu, sobald es endgültig steht – und freuen uns auf ein persönliches Kennenlernen!

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Facebook und Wechseloperationen

Ich war lange eine Facebook-Verweigerin. Warum? Misstrauen im doppelten Sinn: Was tummelt sich denn da? Und wieso soll ich damit meine Zeit vertrödeln? Ich habe doch auch so genügend Sozialkontakte. Wozu noch Social Media? Seit 7. März 2016 bin ich nun über meinen Ablehnungsschatten gesprungen und bin auf Facebook aktiv. Erster Grund: Mein Mann und ich haben eine Olivenölschule ins Leben gerufen und möchten dafür Interessenten gewinnen, die über unseren bisherigen Kundenkreis hinausgehen. Zwar haben wir zu unserem Olio Piceno auch eine Website und ich verschicke regelmäßig e-mails an unsere Stammkunden. Aber warum nicht neue Fans gewinnen?

Zweiter Grund: Mein lieber Bücher-Mitautor Peter Herrchen hat schon vor einem Jahr eine geschlossene TEPFIT-Gruppe auf Facebook ins Leben gerufen und hat mir immer wieder interessante Fälle daraus übermittelt, die über FB auch auf unser Buch „Mut zur neuen Hüfte!“ und unsere Hüft-Website aufmerksam geworden sind. Meine Neugier war geweckt. Und was soll ich drei Wochen später sagen? Es macht mir Spaß! Nicht nur, dass ich über 260 „Freunde“ gewonnen habe und 93 Personen unsere Olivenöl-Seite mit „Gefällt mir“ markiert haben. Auch die Posts auf der TEPFIT-Seite interessieren mich – und ich kommentiere fleißig, wo immer ich meine, etwas Sinnvolles beitragen zu können.

Es freut mich natürlich, wenn auch anerkannte Fachärzte und Operateure wie Dr. Christian Fulghum von der endogap-Klinik in Garmisch-Partenkirchen unsere Facebook-Gruppe ob ihrer Ausgewogenheit loben. Das machen die Administratoren Peter Herrchen, Ulrike Steyer und Therese Schreiber wirklich vorbildlich. Meist müssen sie gar nicht eingreifen, weil die Betroffenen sich untereinander stützen, beraten und einander Mut zusprechen. So wie unser Mutmach-Ratgeber aus Patientensicht für die Ärzte aufschlussreich ist, so ist es sicher auch die Diskussion über die verschiedensten Themen rund um die Hüft- (und Knie-OP). Eigentlich erstaunlich, wie viele Fragen noch offen bleiben, auch bei den Betroffenen, die schon verschiedene Arzt-Gespräche geführt haben.

Ein Thema, das sicher in Zukunft noch wichtiger werden wird, sind Wechseloperationen. Ihre Zahl nimmt stetig zu. Laut der Deutschen Arthrose-Hilfe e. V. sind es derzeit bereits 20.000 im Jahr. „Nicht selten sind diese Zweit-Eingriffe wesentlich komplizierter, riskanter und dauern länger als die Erst-Operation“, heißt es im jüngsten Bericht des in Frankfurt 1987 gegründeten gemeinnützigen Vereins. „Ein Prothesenaustausch muss nicht nur bei Lockerungen durchgeführt werden, sondern auch bei Infektionen – trotz fest haftendem Zement.“ Ein Forschungsprojekt unter der Leitung von Prof. Dr. med. Christoph Josten von der Universitätsklinik Leipzig geht der Frage nach, wie es gelingen könnte, den fest haftenden Zement aus dem Knochen zu entfernen, ohne diesen zu verletzen. Modernste thermo-mechanische Methoden könnten helfen. Um dieses oder andere Forschungsprojekte zu unterstützen, sind Spenden willkommen.

Und sonst? Zur Zeit bin ich dabei, mein Gangbild wieder aufmerksamer zu beobachten. Der Grund ist die Hallux Valgus-OP meines lieben Mannes Michael Konitzer, der gerade das Gehen neu lernt. Gar nicht so einfach, wenn die „Fußarchitektur“ mit vielen Schrauben und einer den Knochen ersetzenden Schiene neu aufgebaut wurde. Da ist nix mehr mit lockerem Abrollen. Also habe ich mich daran erinnert, wie ich als frisch an der Hüfte Operierte mir den Schub nach vorn beim Gehen verstärkt aus den Pomuskeln geholt habe. Flugs habe ich diese Empfehlung an den Mann an meiner Seite weitergegeben, weil der schon über Knieschmerzen klagte.

Und einem Facebook-Freund habe ich zur Bekämpfung seines Bandscheibenvorfalls Manuelle Therapie und tägliche Gymnastik empfohlen. Aber diese tägliche Bewegung ist ja sowieso mein Lieblingsthema.

Ich fühle mich wie "Hercules"!

Ich fühle mich wie „Hercules“!

Was war heute bei mir dran außer meiner üblichen Morgengymnastik? Strandspaziergang und fröhliches Wippen auf einem der Fitness-Geräte am Adria-Strand.

Die sind sicher ergonomisch nicht besonders ausgefeilt und auch nicht TÜV-geprüft, aber – typisch italienisch – gleich mit sämtlichen Notfall-Nummern versehen. Man kann ja nie wissen – „non si sa mai„. Morgen früh walke ich wieder unseren steilen Zufahrtsweg hoch – ganz ohne Warnschilder – und danach schaue ich, was sich auf Facebook so tut. Ist ja doch ein interessantes Fenster in die Welt….

Gleich alle Notfall-Nummern parat

Gleich alle Notfall-Nummern parat

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